Brot des Lebens Ein täglicher Impuls für das Leben mit Jesus
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    Donnerstag, 26. Februar 2026

    Und sein Sohn Manasse wurde König an seiner Statt.
    (2. Chr. 32,33)

    Ich komme noch einmal zurück auf den gottesfürchtigen König Hiskia, über den wir schon vor einer Woche gesprochen haben (siehe die Andacht vom 19. Februar). Wie vieles ist so wunderbar und so schön, was wir von ihm lesen! Wie kann man sich freuen an diesem Mann und ihn lieb gewinnen, obwohl ich ihn noch nie im Leben gesehen habe!
    Und doch steht er nicht als „Übervater“ vor uns. Auch er hat seine Flecken und Fehler gehabt und seinen Anteil am alten Adam. Und es wirkt fast wie ein bösartiger Biss, was als Allerletztes über ihn vermerkt wird: „Und sein Sohn Manasse wurde König an seiner Statt“.
    Ausgerechnet Manasse, der am längsten von allen judäischen Königen regierte – 55 Jahre. Und ausgerechnet er war es, der mehr tat, den Herrn zu erzürnen, als alle seine gottlosen Vorgänger. Er führte den Götzendienst in Juda umfassend wieder ein. Er opferte sogar seine Söhne den gräulichen Götzen der Heiden. Um seinetwillen hat Gott Juda aufs Ganze gesehen nicht mehr vergeben. Er war der letzte Auslöser dafür, dass Gott sein Volk den babylonischen Feinden preisgab.
    Man fragt sich: Wie war das möglich? Hat denn Manasse nicht das Vorbild seines gottesfürchtigen Vaters vor Augen gehabt? Warum war sein Herz so abgrundtief böse? Hat Hiskia in der Erziehung seines Sohnes Grundlegendes versäumt und schwerwiegend versagt?
    Wir wissen es nicht, und es ist müßig, darüber lange Spekulationen anzustellen. Auf alle Fälle ist es eine letzte Tragik, die sich nach Hiskias Tod offenbart. Gut, dass er nicht mehr miterleben musste, wie sein Sohn Manasse als König wirtschaftete. Er wäre wohl innerlich daran zerbrochen.
    Was man aus dieser letzten Notiz lernen kann? Auch gottesfürchtige Eltern sind keine Garantie dafür, dass die Nachkommen denselben Weg einschlagen. Das mag in einigen Fällen von den Eltern mitverschuldet sein, aber in anderen Fällen gar nicht. Die Kinder gingen einfach ihren eigenen Weg und sperrten sich gegen den guten und göttlichen Weg. In jedem Fall ist es die Gnade Gottes, wenn es bei einem Kind gut herauskommt und es sich dafür entscheidet, Jesus nachzufolgen. Alle, die gläubige „Vorzeigekinder“ haben, mögen dies bedenken.

    Es gibt kein Testament, mit dem sich der elterliche Glaube vererben lässt.

    Peter Engler

    Tägliche Bibellese