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Montag, 08. Juni 2026

Bewahre ich mich vor gewaltsamen Wegen

Im Treiben der Menschen bewahre ich mich vor gewaltsamen Wegen durch das Wort deiner Lippen. (Ps. 17:4)

Eine Erlösung und eine Warnung

Ich war seinerzeit Kriegsdienstverweigerer – aus pazifistischen Gründen. Und das war damals gut so. Denn ich hätte bei meiner damaligen psychischen Verfassung die Bundeswehr wahrscheinlich nicht überstanden. Als der Bescheid meiner Anerkennung kam, war ich darum ungeheuer erleichtert. Es war für mich wie eine Erlösung. Und der nachfolgende Dienst als Hilfspfleger in einem Altersheim war auf seine Weise noch genügend heftig.

Ich kann mich aber erinnern, dass in den siebziger Jahren eine Zeit kam, in der ich meine Entscheidung von früher massiv anzweifelte. Ich fragte mich allen Ernstes, ob ich mich nicht noch „nachträglich“ zur Bundeswehr melden sollte. An meinem Geburtstag zu Beginn der Achtziger-Jahre (ich war damals in der Ausbildung zum Verlagskaufmann beim Hänssler-Verlag in Stuttgart) erörterte ich mit einem Freund den ganzen Nachmittag dieses Thema. Wir wurden uns nicht einig. Ich ging damals in mein Zimmer, das ich bei einer lieben alten gläubigen Frau gemietet hatte, und so endete unsere gemeinsame Geburtstagsunternehmung.

Als ich aber das Zimmer betreten hatte, entdeckte ich auf meinem Tisch eine Karte dieser Frau. Sie wusste von allem nichts. Auf der Karte stand obiger Psalmvers: „Im Treiben der Menschen bewahre ich mich vor gewaltsamen Wegen durch das Wort deiner Lippen.“ Da fiel mir zum zweiten Mal eine Last von der Seele – für immer.

Jedoch: Dies war mein Weg , der aus gewissen Gründen wohl genau so richtig war. Aber ich habe seither gelernt: Es ist ein großer Unterschied, ob ich als Christ und Privatmann zur Gewalt greifen will, um Angriffe gegen mich abzuwehren, oder als Vertreter des Staates. Der Staat hat das Recht und die Pflicht, seine Bürger gegen Bedrohung von innen (mit Hilfe der Polizei) und von außen (mit Hilfe einer Armee) zu schützen. Die Obrigkeit „trägt das Schwert nicht umsonst“ (Röm. 13,4)! Sonst würden wir bald in Chaos und Gesetzlosigkeit versinken. Und Aggressorstaaten würden mit uns machen, was sie wollen. Das ist aber nicht Gottes Wille.

Von daher schmerzt es mich, wenn ich heute Tausende von jungen Leuten gegen den Wehrdienst protestieren sehe. Sie haben nicht verstanden, dass unsere Heimat schützenswert ist, und sie haben auch nicht verstanden, dass es Gottes Wille ist, wenn die beiden Ordnungsinstitutionen ihre Aufgabe erfüllen. Stattdessen regiert leider bei vielen (neben zum Teil berechtigten Bedenken) nur traurige Ichbezogenheit, kaschiert mit dem eigentlich unsinnigen Spruch: „Bildung statt Bomben“. Wir sollten beten, dass wieder mehr junge Menschen zurückfinden zur Erkenntnis dessen, was „Obrigkeit“ eigentlich bedeutet.

„Obrigkeit“ ist Gottes Schutzmacht gegen destruktive Kräfte von innen und außen.

Peter Engler

Tägliche Bibellese

Der Bibelvers im Zusammenhang Psalm 17

Hilferuf eines Unschuldigen
1 Ein Gebet Davids.
HERR, höre die gerechte Sache,
merk auf mein Schreien,
vernimm mein Gebet
von Lippen, die nicht trügen.
2 Sprich du in meiner Sache;
deine Augen sehen, was recht ist.
3 Du prüfst mein Herz und suchst es heim bei Nacht;
du läuterst mich und findest nichts.
Ich habe mir vorgenommen,
dass mein Mund sich nicht vergehe.
4 Im Treiben der Menschen bewahre ich mich /
vor gewaltsamen Wegen
durch das Wort deiner Lippen.
5 Erhalte meinen Gang auf deinen Wegen,
dass meine Tritte nicht gleiten.
6 Ich rufe zu dir, denn du, Gott, wirst mich erhören;
neige deine Ohren zu mir, höre meine Rede!
7 Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer,
die dir vertrauen gegenüber denen,
die sich gegen deine rechte Hand erheben.

8 Behüte mich wie einen Augapfel im Auge,
beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel
9 vor den Gottlosen, die mir Gewalt antun,
vor meinen Feinden, die mir von allen Seiten nach dem Leben trachten.
10 Ihr Herz haben sie verschlossen,
mit ihrem Munde reden sie stolz.
11 Wo wir auch gehen, da umgeben sie uns;
ihre Augen richten sie darauf, dass sie uns zu Boden stürzen,
12 gleichwie ein Löwe, der nach Raub lechzt,
wie ein junger Löwe, der im Versteck sitzt.
13 HERR, mache dich auf, tritt ihm entgegen und demütige ihn!
Errette mich vor dem Gottlosen mit deinem Schwert,
14 vor den Leuten, HERR, mit deiner Hand,
vor den Leuten dieser Welt,
die ihr Teil haben schon im Leben,
denen du den Bauch füllst mit deinen Gütern,
deren Söhne auch noch satt werden
und ihren Kindern ein Übriges hinterlassen.
15 Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit,
ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde.

Das tägliche Bibel-Quiz

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