So ging David mit seinen Leuten des Weges; aber Schimi ging am Hang des Berges entlang, neben ihm her, und fluchte und warf mit Steinen nach ihm und bewarf ihn mit Erdklumpen. (2. Sam. 16:13)
Feindesliebe
Bist du schon einmal mit Dreck beworfen worden, oder hat dir jemand geflucht? Damit meine ich nicht unbedingt Steine und Erdklumpen wie in der Geschichte von Schimi und David, sondern verbale Angriffe.
Mir ging es vor Kurzem so. Es tut weh, wenn alte Freunde einen plötzlich anfeinden und verspotten, gerade weil man Christ ist. Aber sollten wir uns nicht freuen, wenn wir um des Namens Jesu willen geschmäht werden? Ehrlich gesagt fiel es mir anfangs schwer, diese Kröte zu schlucken. Enttäuschung und Wut stiegen in mir auf, und der „alte Mensch“ wollte dieser Person am liebsten so richtig die Meinung sagen.
In unserem Tagesvers flucht, beschimpft und bewirft Schimi den König David. War Schimi vielleicht geisteskrank, oder war ihm nicht bewusst, dass es ihn den Kopf kosten konnte, den König, den Gesalbten Israels, zu verfluchen? Diese und ähnliche Fragen gehen mir durch den Kopf, wenn ich diese ungewöhnliche Geschichte in 2. Sam. 16 nachlese. Doch wir können hier einiges von David und seinem vorbildlichen Verhalten gegenüber bösen und feindseligen Menschen lernen.
David hätte ihn dafür töten lassen können, tat es aber nicht, obwohl Stimmen in seinen Reihen genau das forderten. Stattdessen sieht er auch darin Gottes Willen. Er erkennt, dass Gott diesen bösen Geist über Schimi hat kommen lassen, und sagt in V. 11: „Lasst ihn ruhig fluchen, denn der HERR hat es ihm geboten.“ In Vers 12 heißt es danach: „Vielleicht wird der HERR mein Elend ansehen und mir mit Gutem vergelten sein heutiges Fluchen.“
Handle auch ich in solch angefochtenen Situationen wie ein Königskind, oder vergelte ich Gleiches mit Gleichem? David verhält sich hier vorbildlich und lässt sich nicht von seinem Weg abbringen.
Und was lehrt uns der König aller Könige, der HERR Jesus selbst, etwa 1000 Jahre später in der Bergpredigt? „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen!“ (Mt. 5,44) David hatte diese Feindesliebe Jahre zuvor schon einem seiner ärgsten Feinde, König Saul, erwiesen – und was ist mit uns? Lasst uns wie wahre Königskinder im Sinne unseres Vaters handeln: für unsere Feinde beten und sie segnen, statt ihnen zu fluchen.
Gott, der HERR, spricht auch heute noch zu uns:
„Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe.“ (Hes. 33,11)
Gerd Brändlein
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang 2.Samuel 16
David auf der Flucht zum Jordan
1 Und als David ein wenig über die Höhe hinabgegangen war, siehe, da begegnete ihm Ziba, der Knecht Mefi-Boschets, mit einem Paar gesattelter Esel; darauf waren zweihundert Brote und hundert Rosinenkuchen und hundert frische Früchte und ein Schlauch Wein. 2 Da sprach der König zu Ziba: Was willst du damit machen? Ziba sprach: Die Esel sollen für das Haus des Königs sein, um darauf zu reiten, und die Brote und die Früchte sind für die Leute zum Essen und der Wein zum Trinken, wenn sie müde werden in der Wüste.
3 Der König sprach: Wo ist der Sohn deines Herrn? Ziba sprach zum König: Siehe, er blieb in Jerusalem; denn er denkt: Heute wird mir das Haus Israel meines Vaters Königtum zurückgeben. 4 Der König sprach zu Ziba: Siehe, es soll dein sein alles, was Mefi-Boschet hat. Ziba sprach: Ich neige mich; lass mich auch ferner Gnade finden vor dir, mein Herr und König.
5 Als aber der König David nach Bahurim kam, siehe, da kam ein Mann von dort heraus, vom Geschlecht des Hauses Saul, der hieß Schimi, der Sohn Geras; der kam heraus und fluchte 6 und warf mit Steinen nach David und allen Großen des Königs David, obwohl das ganze Kriegsvolk und alle seine Helden zu seiner Rechten und Linken waren. 7 So aber rief Schimi, als er fluchte: Hinaus, hinaus, du Bluthund, du ruchloser Mann! 8 Der HERR hat über dich gebracht alles Blut des Hauses Sauls, an dessen statt du König geworden bist. Jetzt hat der HERR das Königtum gegeben in die Hand deines Sohnes Absalom; und siehe, nun steckst du in deinem Unglück, denn du bist ein Bluthund.
9 Aber Abischai, der Sohn der Zeruja, sprach zu dem König: Sollte dieser tote Hund meinem Herrn, dem König, fluchen dürfen? Ich will hingehen und ihm den Kopf abhauen. 10 Der König sprach: Ihr Söhne der Zeruja, was hab ich mit euch zu schaffen? Lasst ihn fluchen; denn der HERR hat ihm geboten: Fluche David! Wer darf dann sagen: Warum tust du das? 11 Und David sprach zu Abischai und zu allen seinen Großen: Siehe, mein Sohn, der von meinem Leibe gekommen ist, trachtet mir nach dem Leben; warum nicht auch jetzt der Benjaminiter? Lasst ihn ruhig fluchen, denn der HERR hat’s ihm geboten. 12Vielleicht wird der HERR mein Elend ansehen und mir mit Gutem vergelten sein heutiges Fluchen.
13 So ging David mit seinen Leuten des Weges; aber Schimi ging am Hang des Berges entlang, ihm gegenüber, und fluchte und warf mit Steinen nach ihm und bewarf ihn mit Erdklumpen. 14 Und der König kam mit allem Volk, das bei ihm war, müde an den Jordan und ruhte dort aus.
Die Ratschläge Huschais und Ahitofels
15 Aber Absalom und alles Volk, die Männer Israels, kamen nach Jerusalem und Ahitofel mit ihm. 16 Als aber Huschai, der Arkiter, Davids Freund, zu Absalom hineinkam, rief er Absalom zu: Es lebe der König! Es lebe der König! 17 Absalom aber sprach zu Huschai: Ist das deine Liebe zu deinem Freunde? Warum bist du nicht mit deinem Freunde gezogen? 18 Huschai aber sprach zu Absalom: Nein! Sondern wen der HERR erwählt und dies Volk und alle Männer in Israel, zu dem gehöre ich und bei dem will ich bleiben. 19 Zum andern, wem diene ich? Ist es nicht sein Sohn, dem ich diene? Wie ich deinem Vater gedient habe, so will ich auch vor dir sein. 20 Und Absalom sprach zu Ahitofel: Gebt euren Rat, was sollen wir tun? 21 Ahitofel sprach zu Absalom: Geh ein zu den Nebenfrauen deines Vaters, die er zurückgelassen hat, um das Haus zu bewahren, so wird ganz Israel hören, dass du dich bei deinem Vater in Verruf gebracht hast; dann werden alle, die zu dir stehen, desto kühner werden. 22 Da machten sie Absalom ein Zelt auf dem Dach und Absalom ging zu den Nebenfrauen seines Vaters vor den Augen ganz Israels. 23 Wenn damals Ahitofel einen Rat gab, dann war das, als wenn man Gott um etwas befragt hätte; so viel galten alle Ratschläge Ahitofels bei David und bei Absalom.
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