Spr. 10,24: „Was der Gottlose fürchtet, das wird ihm begegnen; und was die Gerechten begehren, wird ihnen gegeben.“
Eine traurige Erinnerung
Den ersten Teil dieses Verses habe ich in meiner Bibel rot unterstrichen. Für mich verbindet sich damit eine tragische Geschichte: nämlich die meiner eigenen Familie.
Meine Eltern waren nach menschlichen Maßstäben gute Eltern. Sie taten für mich gewiss, was sie konnten. Dafür bin ich ihnen bis heute dankbar. Sie brachten mich durch die für sie immer noch harten Nachkriegsjahre, ermöglichten mir eine glückliche Kindheit sowie eine gute Schul- und Berufsausbildung.
Dem christlichen Glauben standen sie jedoch eher fern. Leider muss ich sagen: Besonders meine Mutter wollte vom Evangelium nichts hören. Sie war ein geplagter Mensch und kämpfte zeit ihres Lebens mit schweren Süchten.
Unter anderem war sie starke Raucherin. Schon seit vielen Jahren litt sie an starkem Raucherhusten und anderen Folgen des Rauchens. Das quälte sie zwar, doch zugleich nahm sie es mit einer gewissen Gleichgültigkeit hin. Und jegliche Kritik an ihrem Rauchen war von vorherein tabu.
Natürlich lebte meine Mutter in Angst. Im Grunde wusste sie sehr genau, dass sie sich auf einem gefährlichen Weg befand. Ich werde nie ihren Blick vergessen, wenn sie wieder einmal erfuhr, dass jemand aus unserem Bekanntenkreis an Krebs erkrankt war. Schon die Art, wie sie das Wort aussprach – „Der hat Gräbs“ –, sagte viel. In ihrem Blick lag dann etwas Gehetztes, ein Grauen und Entsetzen, das ich kaum beschreiben kann.
Leider erfüllte sich an ihr, was Spr. 22,3 sagt: „Der Kluge sieht das Unglück kommen und verbirgt sich; die Unverständigen aber laufen weiter und leiden Schaden.“
Am 9. Juli 1991 wurde meine Mutter 63 Jahre alt. Leider erlebte sie diesen Geburtstag nicht mehr bei Bewusstsein. Einen Tag zuvor war sie wegen Speiseröhrenkrebs operiert worden – wahrscheinlich eine Spätfolge des Rauchens. Weil ihr Allgemeinzustand bereits sehr schlecht war, wurde sie in ein künstliches Koma versetzt. Meine Mutter war ihr Leben lang klein und zierlich gewesen. Nun schwoll sie infolge der vielen Medikamente stark an – für mich ein schrecklicher Anblick. Doch dabei blieb es: Sie wachte nie wieder auf. Am 17. August desselben Jahres verstarb sie.
Wie sehr hoffe ich, dass ihr in ihren letzten Tagen oder Stunden noch jemand begegnet ist, der ihr das Evangelium nahebrachte! Wie sehr hoffe ich, dass sie sich noch bekehrte und bei Jesus Frieden fand! Näheres darüber werde ich jedoch erst in der Ewigkeit erfahren.
Und du? Gehört dein Leben Jesus? Sorge dafür, dass sich in deinem Leben nie jener bittere Satz erfüllt:
Wer die Botschaft der Bibel ignoriert, lädt das Unglück ein.
Peter Engler
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang Sprüche 10
Salomos Lehren von Weisheit und Frömmigkeit
1 Dies sind die Sprüche Salomos.
Ein weiser Sohn ist seines Vaters Freude; aber ein törichter Sohn ist seiner Mutter Grämen.
2 Unrecht Gut hilft nicht; aber Gerechtigkeit errettet vom Tode.
3 Der HERR lässt den Gerechten nicht Hunger leiden; aber die Gier der Gottlosen stößt er zurück.
4 Lässige Hand macht arm; aber der Fleißigen Hand macht reich.
5 Wer im Sommer sammelt, ist ein kluger Sohn; wer aber in der Ernte schläft, macht seinen Eltern Schande.
6 Segen ruht auf dem Haupt des Gerechten; aber auf die Gottlosen wird ihr Frevel fallen.
7 Das Andenken des Gerechten bleibt im Segen; aber der Name der Gottlosen wird verwesen.
8 Wer weisen Herzens ist, nimmt Gebote an; wer aber ein Narrenmaul hat, kommt zu Fall.
9 Wer in Unschuld lebt, der lebt sicher; wer aber verkehrte Wege geht, wird ertappt werden.
10 Wer mit den Augen winkt, schafft Verdruss, und wer ein Narrenmaul hat, kommt zu Fall.
11 Des Gerechten Mund ist ein Brunnen des Lebens; aber auf die Gottlosen wird ihr Frevel fallen.
12 Hass erregt Hader; aber Liebe deckt alle Übertretungen zu.
13 Auf den Lippen des Verständigen findet man Weisheit; aber auf den Rücken des Unverständigen gehört eine Rute.
14 Die Weisen halten mit ihrem Wissen zurück; aber der Toren Mund führt schnell zum Verderben.
15 Die Habe des Reichen ist seine feste Stadt; aber das Verderben der Geringen ist ihre Armut.
16 Dem Gerechten gereicht sein Erwerb zum Leben, aber dem Gottlosen sein Einkommen zur Sünde.
17 Zucht bewahren ist der Weg zum Leben; wer aber Zurechtweisung nicht achtet, geht in die Irre.
18 Falsche Lippen bergen Hass und wer verleumdet, ist ein Tor.
19 Wo viel Worte sind, da geht’s ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, ist klug.
20 Des Gerechten Zunge ist kostbares Silber; aber der Gottlosen Verstand ist wie nichts.
21 Des Gerechten Lippen erquicken viele; aber die Toren werden an ihrer Torheit sterben.
22 Der Segen des HERRN allein macht reich, und nichts tut eigene Mühe hinzu.
23 Ein Tor hat Lust an Schandtat, aber der einsichtige Mann an Weisheit.
24 Was der Gottlose fürchtet, das wird ihm begegnen; und was die Gerechten begehren, wird ihnen gegeben.
25 Wenn das Wetter daherfährt, ist der Gottlose nicht mehr; der Gerechte aber besteht ewiglich.
26 Wie Essig den Zähnen und Rauch den Augen tut, so tut der Faule denen, die ihn senden.
27 Die Furcht des HERRN mehrt die Tage; aber die Jahre der Gottlosen werden verkürzt.
28 Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein.
29 Das Walten des HERRN ist des Frommen Zuflucht; aber für den Übeltäter ist es Verderben.
30 Der Gerechte wird nimmermehr wanken; aber die Gottlosen werden nicht im Lande bleiben.
31 Aus dem Munde des Gerechten sprießt Weisheit; aber die falsche Zunge wird ausgerottet.
32 Die Lippen der Gerechten lehren heilsame Dinge; aber der Gottlosen Mund ist Falschheit.
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