Denn schon als wir bei euch waren, geboten wir euch: Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen. Denn wir hören, dass einige unter euch unordentlich leben und nichts arbeiten, sondern unnütze Dinge treiben. Solchen aber gebieten wir und ermahnen sie in dem Herrn Jesus Christus, dass sie still ihrer Arbeit nachgehen und ihr eigenes Brot essen.
(2. Thess. 3:10–12)
Zum Tag der Arbeit
Der Bibelvers: „Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen“ hat mich bereits in jungen Jahren beschäftigt und geprägt, als mein Vater mich das erste Mal damit konfrontierte. Mir war schnell klar, dass es sich lohnt, fleißig zu sein, und dass Faulheit eben nicht belohnt wird. In Spr. 14,23 heißt es: „Wo man arbeitet, da ist Gewinn; wo man aber nur mit Worten umgeht, da ist Mangel.“ Warum das so ist, beschreibt uns die Bibel schon in der Schöpfungsordnung.
Gott selbst ist der Urheber der Arbeit. Der erste Satz in 1. Mose 1 beginnt mit den Worten: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Gott erschuf die Erde in sechs Tagen, und am siebten Tag ruhte er. Ein Kapitel weiter, in Gen. 2,8, wird beschrieben, wie der allmächtige Schöpfer sich als Gärtner betätigt hat: „Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte.“ Und da Gott den Menschen in seinem Ebenbild erschuf, gab er ihm auch gleich den ersten Arbeitsauftrag. In V. 15 lesen wir weiter: „Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.“
Es lag also von Anfang an nicht in Gottes Plan, dass der Mensch Müßiggang üben und seine Zeit mit unnützen Dingen verbringen sollte, wie Paulus es hier bei den Thessalonichern im Tagesvers anmahnt. Wir sollen als Christen still unserer Arbeit nachgehen und unseren Lohn verdienen, damit wir unser eigenes Brot essen können und auf niemanden angewiesen sind. Die Voraussetzungen dazu sind natürlich, dass wir gesund sind und eine Arbeitstelle haben, was in Zeiten von KI keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Ja, der Herr Jesus selbst war bis zu seinem 30. Lebensjahr als Handwerker und Zimmermann tätig und hat sein Brot „im Schweiße seines Angesichts“ verdient, bis die Zeit seines öffentlichen Wirkens kam. Ab da begann sein eigentlicher Arbeitsauftrag vom Vater, der keineswegs weniger anstrengend war als seine berufliche Tätigkeit in den Jahren zuvor.
Wir müssen aber auch hier aufpassen, nicht von der einen oder anderen Seite vom Pferd zu fallen. Still seiner Arbeit nachzugehen, bedeutet nicht, zum Workaholic zu werden. Sogenannte „High Performer“ oder zu Deutsch „Leistungsträger“, wie manche Menschen es sind, die bis zu 16 Stunden pro Tag arbeiten, keinen Ruhetag kennen und schnell reich werden wollen, sollten uns kein Vorbild sein. Wir sollen und müssen auch auf ausreichende Ruhezeiten achten, um nicht krank zu werden. Auch der HERR selbst zog sich immer wieder zurück, suchte die Ruhe und fand sie im Gebet mit seinem Vater, um dann mit neuer Kraft große Wunder im Volk zu vollbringen. Auch wir tun gut daran, seinem Beispiel zu folgen, und sollten uns am besten täglich Ruhezeiten im Gebet und im Lesen des Wortes Gottes nehmen.
Nur wer regelmäßig die Ruhe beim Vater sucht, kann mit Gottes Hilfe bei seiner täglichen Arbeit rechnen.
Gerd Brändlein
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang Thessalonicher 3:
Wünsche des Apostels für sich selbst und die Gemeinde
1 Weiter, liebe Brüder, betet für uns, dass das Wort des Herrn laufe und gepriesen werde wie bei euch 2 und dass wir erlöst werden von den falschen und bösen Menschen; denn der Glaube ist nicht jedermanns Ding. 3 Aber der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen. 4 Wir haben aber das Vertrauen zu euch in dem Herrn, dass ihr tut und tun werdet, was wir gebieten. 5 Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf die Geduld Christi.
Warnung vor Müßiggang
6 Wir gebieten euch aber, liebe Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr euch zurückzieht von jedem Bruder, der unordentlich lebt und nicht nach der Lehre, die ihr von uns empfangen habt.
7 Denn ihr wisst, wie ihr uns nachfolgen sollt. Denn wir haben nicht unordentlich bei euch gelebt, 8 haben auch nicht umsonst Brot von jemandem genommen, sondern mit Mühe und Plage haben wir Tag und Nacht gearbeitet, um keinem von euch zur Last zu fallen.
9 Nicht, dass wir dazu nicht das Recht hätten, sondern wir wollten uns selbst euch zum Vorbild geben, damit ihr uns nachfolgt. 10 Denn schon als wir bei euch waren, geboten wir euch: Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen. 11 Denn wir hören, dass einige unter euch unordentlich leben und nichts arbeiten, sondern unnütze Dinge treiben. 12 Solchen aber gebieten wir und ermahnen sie in dem Herrn Jesus Christus, dass sie still ihrer Arbeit nachgehen und ihr eigenes Brot essen. 13 Ihr aber, liebe Brüder, lasst’s euch nicht verdrießen, Gutes zu tun.
14 Wenn aber jemand unserm Wort in diesem Brief nicht gehorsam ist, den merkt euch und habt nichts mit ihm zu schaffen, damit er schamrot werde. 15 Doch haltet ihn nicht für einen Feind, sondern weist ihn zurecht als einen Bruder.
16 Er aber, der Herr des Friedens, gebe euch Frieden allezeit und auf alle Weise. Der Herr sei mit euch allen!
Gruß und Segenswunsch
17 Der Gruß mit meiner, des Paulus, Hand. Das ist das Zeichen in allen Briefen; so schreibe ich. 18 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen!
