Der HERR ist in seinem heiligen Tempel. Es sei stille vor ihm alle Welt! (Hab. 2:20)
Mit dem Tempel in Jerusalem war es so eine Sache. Als Salomo den Tempel baute und schließlich einweihte, betete er für dieses Gotteshaus, und zuletzt erfüllte GOTT den Tempel mit SEINER Herrlichkeit. Das Volk war damals von diesem Ereignis derart überwältigt, dass kein Mensch es wagte, sich dem Tempel zu nähern. Sie waren im wahrsten Sinne des WORTES vor dem unendlich heiligen GOTT still geworden.
Unser HERR JESUS hatte eine besondere Beziehung zum Tempel. Bereits als Zwölfjähriger sprach ER: „Muss ich nicht sein in dem, was meines VATERS ist?“ (Lk. 2,49), und sprach dabei vom Tempel. ER lehrte und sprach zu SEINEN Zuhörern: „Steht nicht geschrieben: Mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker?“ (Mk. 11,17). Die Pharisäer und Schriftgelehrten aber hatten den Tempel zur „Räuberhöhle“ gemacht. Das Treiben der Händler, die Opfertiere verkauften, und der Geldwechsler war für JESUS unerträglich geworden. Der Tempel sollte ein Ort der Begegnung mit GOTT sein, ein Ort der Ausrichtung auf den Willen unseres VATERS im Himmel und der Verkündigung SEINES WORTES.
Wie steht es heute um den Tempel GOTTES? Den alten Tempel in Jerusalem gibt es nicht mehr. Möge GOTT es schenken, dass unsere Kirchen und Versammlungen Orte der Verkündigung von GOTTES WORT werden; Orte, an denen sich Menschen unserem HERRN JESUS zuwenden und SEINE Jünger werden; Orte, an denen GOTTES Name gepriesen und SEIN Wille verkündigt werde. Mögen sie Orte werden, an denen geistliches „Vollkornbrot“, sprich GOTTES WORT, gereicht wird, damit Menschen zum Glauben finden und im Glauben gestärkt werden.
Seid gesegnet!
Martin Seidl-Schulz
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang Habakuk 2:
Gottes Antwort an den Propheten. Weherufe über den Unterdrücker
1 Hier stehe ich auf meiner Warte und stelle mich auf meinen Turm und schaue und sehe zu, was er mir sagen und antworten werde auf das, was ich ihm vorgehalten habe. 2 Der HERR aber antwortete mir und sprach: Schreib auf, was du geschaut hast, deutlich auf eine Tafel, dass es lesen könne, wer vorüberläuft! 3 Die Weissagung wird ja noch erfüllt werden zu ihrer Zeit und wird endlich frei an den Tag kommen und nicht trügen. Wenn sie sich auch hinzieht, so harre ihrer; sie wird gewiss kommen und nicht ausbleiben.
4 Siehe, wer halsstarrig ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben, der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben. 5 So wird auch der treulose Tyrann keinen Erfolg haben, der stolze Mann nicht bleiben, der seinen Rachen aufsperrt wie das Reich des Todes und ist wie der Tod, der nicht zu sättigen ist: Er rafft an sich alle Heiden und sammelt zu sich alle Völker. 6 Was gilt’s aber? Diese alle werden einen Spruch über ihn machen und ein Lied und ein Sprichwort sagen:
Weh dem, der sein Gut mehrt mit fremdem Gut – wie lange wird’s währen? – und häuft viel Pfänder bei sich auf! 7 Wie plötzlich werden aufstehen, die dich beißen, und erwachen, die dich peinigen! Und du musst ihnen zum Raube werden. 8 Denn du hast viele Völker beraubt. So werden dich wieder berauben alle übrigen Völker um des Menschenblutes willen und um des Frevels willen, begangen am Lande und an der Stadt und an allen, die darin wohnen.
9 Weh dem, der unrechten Gewinn macht zum Unglück seines Hauses, auf dass er sein Nest in der Höhe baue, um dem Unheil zu entrinnen! 10 Aber dein Ratschlag wird zur Schande deines Hauses geraten; denn du hast zu viele Völker zerschlagen und damit gegen dein Leben gesündigt. 11 Denn auch die Steine in der Mauer werden schreien, und die Sparren am Gebälk werden ihnen antworten.
12 Weh dem, der die Stadt mit Blut baut und richtet die Burg auf mit Unrecht! 13 Wird’s nicht so vom HERRN Zebaoth geschehen: Woran die Völker sich abgearbeitet haben, muss mit Feuer verbrennen, und wofür die Leute sich müde gemacht haben, das muss verloren sein? – 14 Denn die Erde wird voll werden von Erkenntnis der Ehre des HERRN, wie Wasser das Meer bedeckt.
15 Weh dem, der seinen Nächsten trinken lässt und seinen Grimm beimischt und ihn trunken macht, dass er seine Blöße sehe! 16 Du hast dich gesättigt mit Schande und nicht mit Ehre. So trinke du nun auch, dass du taumelst! Denn an dich wird kommen der Kelch in der Rechten des HERRN, und du wirst Schande haben statt Ehre. 17 Denn der Frevel, den du am Libanon begangen, wird über dich kommen, und die vernichteten Tiere werden dich schrecken um des Menschenblutes willen und um des Frevels willen, begangen am Lande und an der Stadt und an allen, die darin wohnen. 18 Was wird dann das Bild helfen, das sein Meister gebildet hat, und das gegossene Bild, das da Lügen lehrt? Dennoch verlässt sich sein Meister darauf, obgleich er nur stumme Götzen macht.
19 Weh dem, der zum Holz spricht: »Wach auf!«, und zum stummen Steine: »Steh auf!« Wie sollte ein Götze lehren können? Siehe, er ist mit Gold und Silber überzogen und kein Odem ist in ihm. 20 Aber der HERR ist in seinem heiligen Tempel. Es sei vor ihm stille alle Welt!
