Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden soll … (Mk 4:22)
Rentner mit Rollator vor Richter
Mitte August 2026: An die Aufklärung des Mordes an Amy Lopez im Jahr 1994 hatte niemand mehr geglaubt. Doch neue Ermittlungsmethoden der Polizei führten nun zur Überführung des Täters.
Der 81-jährige Rentner Hans-Joachim S. wird mit seinem Rollator aus dem Altenheim in den Gerichtssaal gebracht und tritt vor den Richter.
Mit einem schlichten „Ja“ antwortet er auf die Frage, ob er der Mörder sei. 32 Jahre lang trug er dieses Geheimnis in seinem Herzen. Ob er geglaubt hatte, es werde jemals offenbar? Vielleicht hatte er die Tat selbst längst vergessen oder verdrängt. Fest steht jedenfalls: Heute kommen Taten ans Licht, die für immer vergessen schienen. Vielleicht verfügt die Polizei in zehn Jahren über Methoden, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.
Nein, ich habe bisher niemanden ermordet – behaupte ich zumindest. Und du? Bleibt dein Herz bei dieser Geschichte ruhig? Beim Thema Mord werden viele Leser ganz entspannt sein. Vor der Polizei können viele von uns mit ruhigem Gewissen bestehen. Aber wie sieht es vor Gott aus? Jesus sagt, dass nichts verborgen bleibt. Nicht einmal die Gedanken aus dem vergangenen Jahrtausend sind bei Gott vergessen oder verborgen. Alles wird offenbar.
Spätestens jetzt werde ich nervös. Niemand kann sich vor dem einzig wahren, allmächtigen und allwissenden Gott verbergen. Gott braucht keine neuen Methoden, um uns zu überführen: Er kennt uns, er sieht uns. Aus eigener Kraft kann niemand vor ihm bestehen. Selbst unsere größten Anstrengungen bringen uns der Reinheit und Heiligkeit Gottes nicht annähernd nahe.
Gott wird unweigerlich unser Richter sein. Der Tag unserer Gerichtsverhandlung rückt täglich ein Stück näher: unausweichlich und ohne Ausweg. Ohne Ausweg? Nein!
Gott, der Richter aller Menschen, hat selbst einen Ausweg für uns bereitet.
Jesus tritt für uns ein. Er nimmt unsere Strafe auf sich. Er sagt: „Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“ (Joh. 5,24)
Irdische Strafen vor menschlichen Gerichten sind gut und wichtig – doch sie sind allesamt zeitlich. Noch wichtiger ist jedoch die Zeit nach unserem irdischen Leben, denn dann geht es um unser ewiges Schicksal. Wer glaubt, kann dem ewigen Gericht Gottes schon jetzt für immer entgehen. Denn mit Jesus haben wir den Sohn Gottes an unserer Seite, der für uns eintritt. Wer glaubt, kommt nicht mehr in das beschriebene Strafgericht. Er hat bereits Vergebung, den Freispruch und das ewige Leben.
Darum denke heute über die verborgenen Taten deiner Vergangenheit nach. Bitte Gott, dich an das zu erinnern, was zwischen ihm und dir steht. Bete: „Herr, zeige mir meine verborgenen Sünden und vergib mir! Herr, sei mir Sünder gnädig!“
Sei versichert: Am Ende kommt immer alles heraus.
Franz Silbereisen
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang Markus 4:
Vom Sämann
(Mt 13,1-9; Lk 8,4-8)
1 Und er fing abermals an, am See zu lehren. Und es versammelte sich eine sehr große Menge bei ihm, sodass er in ein Boot steigen musste, das im Wasser lag; er setzte sich, und alles Volk stand auf dem Lande am See. 2 Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen; und in seiner Predigt sprach er zu ihnen:
3 Hört zu! Siehe, es ging ein Sämann aus zu säen. 4 Und es begab sich, indem er säte, dass einiges auf den Weg fiel; da kamen die Vögel und fraßen’s auf. 5 Einiges fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte, und ging alsbald auf, weil es keine tiefe Erde hatte. 6 Als nun die Sonne aufging, verwelkte es, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. 7 Und einiges fiel unter die Dornen, und die Dornen wuchsen empor und erstickten’s, und es brachte keine Frucht. 8 Und einiges fiel auf gutes Land, ging auf und wuchs und brachte Frucht, und einiges trug dreißigfach und einiges sechzigfach und einiges hundertfach. 9 Und er sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Vom Sinn der Gleichnisse
(Mt 13,10-17; Lk 8,9-10)
10 Und als er allein war, fragten ihn, die um ihn waren, samt den Zwölfen, nach den Gleichnissen. 11 Und er sprach zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben; denen aber draußen widerfährt es alles in Gleichnissen, 12 damit sie es mit sehenden Augen sehen und doch nicht erkennen, und mit hörenden Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie sich nicht etwa bekehren und ihnen vergeben werde.
Die Deutung des Gleichnisses vom Sämann
(Mt 13,18-23; Lk 8,11-15)
13 Und er sprach zu ihnen: Versteht ihr dies Gleichnis nicht, wie wollt ihr dann die andern alle verstehen? 14 Der Sämann sät das Wort. 15 Das aber sind die auf dem Wege: wenn das Wort gesät wird und sie es gehört haben, kommt sogleich der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät war. 16 Desgleichen auch die, bei denen auf felsigen Boden gesät ist: wenn sie das Wort gehört haben, nehmen sie es sogleich mit Freuden auf, 17 aber sie haben keine Wurzel in sich, sondern sind wetterwendisch; wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung um des Wortes willen erhebt, so fallen sie sogleich ab. 18 Und andere sind die, bei denen unter die Dornen gesät ist: die hören das Wort, 19 und die Sorgen der Welt und der betrügerische Reichtum und die Begierden nach allem andern dringen ein und ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht. 20 Diese aber sind’s, bei denen auf gutes Land gesät ist: die hören das Wort und nehmen’s an und bringen Frucht, einige dreißigfach und einige sechzigfach und einige hundertfach.
Vom Licht und vom rechten Maß
(Lk 8,16-18)
21 Und er sprach zu ihnen: Zündet man etwa ein Licht an, um es unter den Scheffel oder unter die Bank zu setzen? Keineswegs, sondern um es auf den Leuchter zu setzen. 22 Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden soll, und ist nichts geheim, was nicht an den Tag kommen soll. 23 Wer Ohren hat zu hören, der höre!
24 Und er sprach zu ihnen: Seht zu, was ihr hört! Mit welchem Maß ihr messt, wird man euch wieder messen, und man wird euch noch dazugeben. 25 Denn wer da hat, dem wird gegeben; und wer nicht hat, dem wird man auch das nehmen, was er hat.
Vom Wachsen der Saat
26 Und er sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft 27 und schläft und aufsteht, Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst – er weiß nicht wie. 28 Denn von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre. 29 Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.
Vom Senfkorn
(Mt 13,31-32; 13,34; Lk 13,18-19)
30 Und er sprach: Womit wollen wir das Reich Gottes vergleichen, und durch welches Gleichnis wollen wir es abbilden? 31 Es ist wie ein Senfkorn: wenn das gesät wird aufs Land, so ist’s das kleinste unter allen Samenkörnern auf Erden; 32 und wenn es gesät ist, so geht es auf und wird größer als alle Kräuter und treibt große Zweige, sodass die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können.
33 Und durch viele solche Gleichnisse sagte er ihnen das Wort so, wie sie es zu hören vermochten. 34 Und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen; aber wenn sie allein waren, legte er seinen Jüngern alles aus.
Die Stillung des Sturmes
(Mt 8,23-27; Lk 8,22-25)
35 Und am Abend desselben Tages sprach er zu ihnen: Lasst uns hinüberfahren. 36 Und sie ließen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot war, und es waren noch andere Boote bei ihm. 37 Und es erhob sich ein großer Windwirbel und die Wellen schlugen in das Boot, sodass das Boot schon voll wurde. 38 Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen? 39 Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich und es entstand eine große Stille. 40 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?
41 Sie aber fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der? Auch Wind und Meer sind ihm gehorsam!
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