Und Hiskia legte sich zu seinen Vätern, und sie begruben ihn über den Gräbern der Söhne Davids. Und ganz Juda und Jerusalem gaben ihm Ehre bei seinem Tod.
(2. Chr. 32,33)
Ich liebe die Geschichte des Königs Hiskia von Juda. Schon seine ersten religiösen Reformen in 2. Chr. 30 und 31 sind beeindruckend. Dann folgt in 2. Chr. 32 seine unerhörte Standhaftigkeit im Gottvertrauen angesichts der furchtbaren Bedrohung durch Sanherib von Assyrien. Und wie wunderbar wurde sein Gottvertrauen belohnt! Danach lesen wir im selben Kapitel von seiner schrecklichen Krankheit, und wie er dessentwegen zum Herrn flehte und der sich über ihn erbarmte.
Sicher, auch ein Hiskia war nicht fehlerfrei. Direkt nach seiner Genesung lesen wir, dass sich sein Herz über den Herrn erhob (V. 25). Die Gnade Gottes war ihm zu Kopf gestiegen. Aber – im Unterschied zu anderen Königen erkannte er seine Selbstüberhebung und demütigte sich vor dem Herrn (V. 26).
Ein zweiter schwerer Fehler war, dass er in eitlem Stolz den Gesandten des Königs von Babel seine Schatzkammern zeigte. Damit weckte er Begehrlichkeiten, die später dem Königreich Juda zum Verhängnis werden sollten. In der Parallelerzählung in 2. Kön. 20 wird er von Gott darauf angesprochen, und er bekommt die Prophezeiung, dass einmal alle Schätze seines Hauses, dazu auch einige seiner Söhne, nach Babel weggeführt werden würden. Er sagte aber damals zu dem Propheten Jesaja, der ihm diese Nachricht überbrachte: „Das Wort ist gut, das der Herr geredet hat durch dich; denn er dachte: Es wird doch Friede und Sicherheit sein zu meinen Zeiten.“ (2. Kön. 20,19). Also mit anderen Worten: „Nach mir die Sintflut!“
Dennoch ändert das alles nichts am Gesamturteil Gottes über sein Leben: „Und er tat, was dem Herrn wohlgefiel, ganz wie sein Vater David.“ (2. Chr. 29,2). In Kap. 32 ist überdies von seinem „treuen Verhalten“ die Rede (V. 1), und von seinen barmherzigen Taten (V. 32). Er war und blieb ein Mann Gottes von besonderer Statur.
Und wie sehr er auch von seinen Untertanen geschätzt wurde, zeigt uns der Tagesvers über sein Ende: Sie wollten, dass er bei oder über den Gräbern der Söhne Davids begraben werde – so ähnlich war er dem größten aller israelischen Könige. Und er bekam ein ehrendes Andenken, und ich nehme an: Das Volk war echt traurig, als er gestorben war. Sie wussten, was sie an ihm gehabt hatten.
Wenn doch auch etwas vom Leben Hiskias an deinem und meinem Leben sichtbar würde!
Auf wie viele Begegnungen in der Ewigkeit mit wie vielen Großen des Reiches Gottes freue ich mich!
Peter Engler
