Brot des Lebens, ein Impuls für das Leben mit Jesus
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    Sonntag, 05. Juli 2026

    Aber man fragt nicht: Wo ist Gott, mein Schöpfer, der Lobgesänge gibt in der Nacht.

    Aber man fragt nicht: Wo ist Gott, mein Schöpfer, der Lobgesänge gibt in der Nacht. (Hiob 35:10)

    Loblieder im Dunkeln

    In der Nacht vom 26. zum 27. Januar 1995 fuhr ich mit dem Bus nach Coca, einer Stadt im Osten Ecuadors. Von einer dortigen christlichen Gemeinde hatte ich eine Einladung zum biblischen Unterricht bekommen. Nach einer etwa zehnstündigen Fahrt wurde der Bus bei der Ankunft am Ortseingang vom ecuadorianischen Militär angehalten, und alle Fahrgäste wurden kontrolliert. Wir erfuhren, dass Ecuador sich seit den frühen Morgenstunden im Kriegszustand mit dem Nachbarland Peru befand. Seit Jahrzehnten andauernde Grenzstreitigkeiten waren eskaliert und mündeten nun in eine kriegerische Auseinandersetzung.
    Leitende Brüder aus der Gemeinde empfingen mich am Busterminal und führten mich zum Gemeindehaus. Dort begann schon bald der Unterricht. Im Ort selbst saßen die Leute vor ihren Radio- und Fernsehgeräten und verfolgten gespannt die Nachrichten über die aktuelle militärische Entwicklung. Es wurde von Bombardierungen von Orten an der Grenze berichtet. Die Stadt Coca liegt etwa 150 km von der peruanischen Grenze entfernt. Am nächsten Morgen sahen wir, wie Menschen auf dem nahe gelegenen Fluss Coca in Booten und Kanus in die Stadt gebracht wurden. Sie waren aus dem Kriegsgebiet evakuiert worden.
    Für den Abend wurde wegen befürchteter Bombardierungen absolute Verdunkelung angeordnet. In den Häusern durfte nicht einmal eine Kerze angezündet werden. Auf der Straße patrouillierte der Zivilschutz und kontrollierte die Verdunkelung. Für uns bedeutete das, dass die Abendveranstaltung im Gemeindehaus in völliger Dunkelheit stattfand. Der Gemeindesaal war brechend voll. Das Evangelium wurde gepredigt, Menschen bekehrten sich zum Herrn Jesus, Gebete wurden gesprochen – und Gott wurde durch viele Lieder gelobt und angebetet! Ja, der HERR gab uns Loblieder in der Nacht. Es war eine ergreifende Situation. Eltern sorgten sich um ihre Söhne, die an der Front waren. Wir beteten für sie, und sie empfingen Trost. So verlief das ganze Wochenende.
    Am Montag konnte ich nach Quito zurückfliegen, denn der Busverkehr war inzwischen eingestellt worden.
    Deine Situation ist vielleicht weniger dramatisch, und deine Nacht sieht möglicherweise ganz anders aus. Sie ist deshalb trotzdem schwer für dich. Aber vergiss nicht: Es gibt einen Gott, der dich liebt, dir auch in den dunkelsten Stunden beisteht und dir selbst dann noch ein Loblied schenken kann. Vertraue auf ihn, halte dich an sein Wort und bitte ihn, deine Finsternis licht zu machen. Er ist auch in der Nacht derselbe treue Herr.

    „Der Herr, mein Gott, macht meine Finsternis licht.“ (Ps. 18,29b)

    Seid gesegnet!

    Friedemar Becker

    Tägliche Bibellese

    Der Bibelvers im Zusammenhang Hiob 35

    Elihus dritte Rede
    1 Und Elihu hob an und sprach: 2 Hältst du das für recht, nennst du das »meine Gerechtigkeit vor Gott«, 3 dass du sprichst: »Was nützt sie mir? Was habe ich davon, dass ich nicht sündige?« 4 Ich will dir antworten ein Wort und deinen Freunden mit dir.
    5 Schau gen Himmel und sieh; und schau die Wolken an hoch über dir! 6 Sündigst du, was kannst du ihm schaden? Und wenn deine Missetaten viel sind, was kannst du ihm tun? 7 Und wenn du gerecht wärst, was kannst du ihm geben oder was wird er von deinen Händen nehmen?
    8 Nur einem Menschen wie dir kann deine Bosheit etwas tun und einem Menschenkind deine Gerechtigkeit.

    9 Man schreit, dass viel Gewalt geschieht, und ruft um Hilfe vor dem Arm der Großen; 10 aber man fragt nicht: »Wo ist Gott, mein Schöpfer, der
    Lobgesänge gibt in der Nacht, 11 der uns klüger macht als die Tiere auf Erden und weiser als die Vögel unter dem Himmel?« 12 Da schreien sie über den Hochmut der Bösen, doch er erhört sie nicht. 13 Denn Gott wird Nichtiges nicht erhören, und der Allmächtige wird es nicht ansehen. 14 Nun gar, wenn du sprichst, du könntest ihn nicht sehen – der Rechtsstreit liegt ihm vor, harre nur seiner! 15 Aber nun, da sein Zorn nicht heimsucht und er sich um Frevel nicht viel kümmert, 16 sperrt Hiob seinen Mund auf um nichts und hält stolze Reden mit Unverstand.

    Das tägliche Bibel-Quiz