Was können die Weisen Weises lehren, wenn sie des HERRN Wort verwerfen?
(Jer. 8:9)
Alle Vernunft, alles sinnvolle Denken basiert auf grundsätzlichen Glaubenssätzen, sogenannten Paradigmen. Auf diesen beruhen anschließend unsere Logik, unsere Vernunft und Weisheit. Salomo gab bereits zu bedenken: „Der Weisheit Anfang ist die Furcht des HERRN, und den Heiligen erkennen, das ist Verstand“ (Spr. 9,10). Nicht alle Menschen stimmen mit dieser Erkenntnis überein, denn „die Toren verachten Weisheit und Zucht“ (Spr. 1,7). In Ps. 111,10 lesen wir: „Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang. Wahrhaft klug sind alle, die danach tun.“ Alle menschliche Weisheit, die GOTT als den Schöpfer Himmels und der Erde ausschließt mag sich noch so sehr ihrer Weisheit brüsten – sie ist zum Scheitern verurteilt, weil ihre Denkvoraussetzungen falsch sind.
Auch Paulus fragt: „Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?“ (1. Kor. 1,20) Alle menschliche Weisheit, die ohne ihn unsere Welt erklärt, ist Torheit vor GOTT. Menschen mögen GOTT nicht sehen können, aber seine Schöpfermacht und Herrlichkeit wird an seinen Werken erkennbar. Wir müssen nur unsere Augen öffnen und auf Gottes Werke sehen, um dahinter den genialen allmächtigen, allwissenden, allgegenwärtigen, ewigen Schöpfer zu erkennen. Kraft seines Wortes hat er unsere Welt geschaffen und erhält sie bis heute. Im Kolosserbrief (1,16) lesen wir, dass durch JESUS alles geschaffen wurde, „was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, … es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen.“
Wie sehen deine Glaubenssätze aus? Worauf gründest du deine Weisheit? Ohne GOTT wirst du zuletzt in deiner ganzen Existenz scheitern. Darum noch einmal: „Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang.“
Seid gesegnet!
Martin Seidl-Schulz
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang Jeremia 8:
1 Zu dieser Zeit, spricht der HERR, wird man die Gebeine der Könige von Juda, die Gebeine seiner Fürsten, die Gebeine der Priester, die Gebeine der Propheten und die Gebeine der Bürger Jerusalems aus ihren Gräbern werfen 2 und wird sie hinstreuen der Sonne, dem Mond und dem ganzen Heer des Himmels, die sie geliebt und denen sie gedient haben, denen sie nachgelaufen sind, die sie befragt und angebetet haben. Sie sollen nicht wieder aufgelesen und begraben werden, sondern Dung auf dem Felde sein. 3 Und alle, die übrig geblieben sind von diesem bösen Volk, werden an allen Orten, wohin ich sie verstoße, lieber tot als lebendig sein wollen, spricht der HERR Zebaoth.
Gegen das verblendete Volk und seine Verführer
4 Sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme? 5 Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen für und für? Sie halten so fest am falschen Gottesdienst, dass sie nicht umkehren wollen. 6 Ich sehe und höre, dass sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was hab ich doch getan! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt. 7 Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Kranich und Schwalbe halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen.
8 Wie könnt ihr sagen: »Wir sind weise und haben das Gesetz des HERRN bei uns«? Ist’s doch lauter Lüge, was die Schreiber daraus machen. 9 Die Weisen müssen zuschanden, erschreckt und gefangen werden; denn was können sie Weises lehren, wenn sie des HERRN Wort verwerfen?
10 Darum will ich ihre Frauen den Fremden geben und ihre Äcker denen, durch die sie verjagt werden. Denn sie gieren alle, Klein und Groß, nach unrechtem Gewinn; Priester und Propheten gehen mit Lüge um 11 und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: »Friede! Friede!«, und ist doch nicht Friede. 12 Sie werden mit Schande dastehen, weil sie solche Gräuel getrieben haben; aber sie wollen sich nicht schämen und wissen nichts von Scham. Darum sollen sie fallen unter den Fallenden, und wenn ich sie heimsuchen werde, sollen sie stürzen, spricht der HERR. 13 Ich will unter ihnen Lese halten, spricht der HERR, sodass keine Trauben am Weinstock und keine Feigen am Feigenbaum übrig bleiben, ja, auch die Blätter abfallen sollen; und was ich ihnen gegeben habe, das soll ihnen genommen werden.
Die Angst des Volkes und die Trauer des Propheten
14 »Wozu wollen wir noch da sitzen? Sammelt euch und lasst uns in die festen Städte ziehen, dass wir dort umkommen. Denn der HERR, unser Gott, wird uns umkommen lassen und uns tränken mit einem giftigen Trank, weil wir so gesündigt haben wider den HERRN. 15 Wir hofften, es sollte Friede werden, aber es kommt nichts Gutes; wir hofften, wir sollten heil werden, aber siehe, es ist Schrecken da. 16 Man hört ihre Rosse schnauben von Dan her, vom Wiehern ihrer Hengste erbebt das ganze Land. Sie fahren daher und werden das Land auffressen mit allem, was darin ist, die Stadt samt allen, die darin wohnen.« 17 Denn siehe, ich will Schlangen und Nattern unter euch senden, die nicht zu beschwören sind; die sollen euch stechen, spricht der HERR.
18 Was kann mich in meinem Jammer erquicken? Mein Herz in mir ist krank. 19 Siehe, die Tochter meines Volks schreit aus fernem Lande her: »Will denn der HERR nicht mehr Gott sein in Zion oder soll es keinen König mehr haben?« Ja, warum haben sie mich so erzürnt durch ihre Bilder und fremde, nichtige Götzen?
20 »Die Ernte ist vergangen, der Sommer ist dahin und uns ist keine Hilfe gekommen!« 21 Mich jammert von Herzen, dass mein Volk so ganz zerschlagen ist; ich gräme und entsetze mich. 22 Ist denn keine Salbe in Gilead oder ist kein Arzt da? Warum ist denn die Tochter meines Volks nicht geheilt? 23 Ach dass ich Wasser genug hätte in meinem Haupte und meine Augen Tränenquellen wären, dass ich Tag und Nacht beweinen könnte die Erschlagenen meines Volks!
