Brot des Lebens Ein täglicher Impuls für das Leben mit Jesus

Mittwoch, 02. September 2026

Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.

Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. (Mt. 5:13)

Das kraftlos gewordene Salz

In der Bergpredigt lehrt unser Herr seine Jünger. In Mt. 5,13–16 spricht Jesus vom Salz der Erde. Es ist bekannt, dass Salz würzt und der Fäulnis entgegenwirkt. Die gleiche Wirkung hat auch die praktische Nachfolge Jesu. Wir sollen wie Himmelslichter leuchten, inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts in dieser Welt (vgl. Phil. 2,15). Praktische Nachfolge ist mit einem Zeugnis in unserer Umgebung verbunden. Der Herr mahnt, dass das fade Salz hinausgeworfen und zertreten wird. Es bleibt ohne Wirkung. Das können wir auch auf die Nachfolge und unsere gesellschaftliche Verantwortung beziehen. Eine Aussage meines Ethiklehrers Heiko Krimmer werde ich nicht vergessen. Ich zitiere sinngemäß:
„Ein ganzer Teil der Vollmachtslosigkeit der Gemeinde Jesu heute hängt mit ihrem Schweigen zur Abtreibungsfrage zusammen.“
Das ist ein Paukenschlag. Wir sind so oft mit uns selbst und unserer vermeintlichen Geistlichkeit beschäftigt, dass wir gar nicht mehr wahrnehmen, was um uns herum geschieht. Nehmen wir als krasses Beispiel das Thema Abtreibung. Hier sind uns viele aufrichtige Katholiken um Längen voraus. Das sage ich nicht, um geistliche Unterschiede zu nivellieren, sondern weil uns dies, die wir bibeltreu sein wollen, zutiefst beschämen muss. Wie viele andere ethische Themen könnten wir hier noch erwähnen! Es ist nichts einzuwenden, wenn wir den Schwerpunkt auf das geistliche Leben und auf Lehrfragen legen und die Evangeliumsverkündigung sowie der Bau der Gemeinde Jesu immer erste Priorität bleiben. Aber es wird gefährlich, wenn wir unsere gesellschaftliche Verantwortung in der Nachfolge Jesu nicht mehr wahrnehmen und erkennen. Dazu zitiere ich Walter Lüthi. Er schreibt in seiner Auslegung zu Römer 13:
„Auch wenn diese alte Welt das sinkende Schiff ist, so haben doch gerade wir Gotteskinder kein Recht, Ratten zu sein, die das Schiff verlassen; gerade wir haben auf dem Posten zu stehen, solange das Schiff fährt, solange es noch schwimmt, solange es noch schwebt.“
Aus 2. Thess. 2,3 wissen wir, dass der große Abfall von Gott und seinen Ordnungen kommen wird, der am Ende in das Auftreten des Antichristen mündet. Mt. 24,12 spricht vom Überhandnehmen der Gesetzlosigkeit – man kann das griechische Wort „anomia“ auch frei mit „Auflösung des göttlichen Willens“ übersetzen – und von der erkalteten Liebe. Diese Entwicklungen vor der Wiederkunft Jesu können wir nicht verhindern. Ich bin davon überzeugt, dass wir mitten in diesen Entwicklungen stehen. Es wäre aber geistlich grundverkehrt, wenn wir uns aus jeglicher Verantwortung mit der Begründung zurückziehen würden, dass am Ende eben doch alles so kommen muss. In eine fromme Lethargie oder in einen Fatalismus zu verfallen, der zur Passivität führt, wäre Ungehorsam. Wir sind auch heute in die Verantwortung gestellt. Wir könnten sogar selbstkritisch die Frage stellen, ob die Entwicklungen nicht deswegen so rasant vor sich gehen, weil das Salz fade geworden ist und seine Kraft verloren hat. Nehmen wir das Beispiel von König Josia im Alten Testament. Durch die Prophetin Hulda wurde ihm gesagt, dass nach seiner Lebenszeit das Gericht Gottes unaufhaltsam über Jerusalem und Juda kommen würde. Damals hatte Josia schon Reformen durchgeführt. Diese Ankündigung hätte ihn auch dazu veranlassen können, die Hände in den Schoß zu legen. Aber genau das tat er nicht. Obwohl er wusste, dass das Gericht nach seinem Tod kommen würde, trieb er auch nach der prophetischen Ansage die geistliche Erneuerung mit ganzem Einsatz voran.

Nehmen wir noch wahr, was um uns herum in der Gesellschaft geschieht? Oder haben wir uns in eine Art geistliches Schneckenhaus zurückgezogen?

Johannes Pflaum

(Gastbeitrag, mit freundlicher Genehmigung des Missionswerkes Mitternachtsruf)

Tägliche Bibellese

Der Bibelvers im Zusammenhang Matthäus 5:

Die Bergpredigt
Die Seligpreisungen
(Lk 6,20-49)
1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm. 2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. 12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.
Salz und Licht
13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.
14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 16 So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Jesu Stellung zum Gesetz
17 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.
20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Vom Töten
21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist 2. Mose 20,13: »Du sollst nicht töten«; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. 22 Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig.
23 Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, 24 so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe.
25 Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest. 26 Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.
Vom Ehebrechen
27 Ihr habt gehört, dass gesagt ist 2. Mose 20,14: »Du sollst nicht ehebrechen.« 28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.
29 Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. 30 Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre.
31 Es ist auch gesagt 5. Mose 24,1: »Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben.« 32 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.
Vom Schwören
33 Ihr habt weiter gehört, dass zu den Alten gesagt ist 3. Mose 19,12: »Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollst dem Herrn deinen Eid halten.« 34 Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron; 35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. 36 Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. 37 Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.
Vom Vergelten
38 Ihr habt gehört, dass gesagt ist 2. Mose 21,24: »Auge um Auge, Zahn um Zahn.« 39 Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. 40 Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. 41 Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei. 42 Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.
Von der Feindesliebe
43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« 3. Mose 19,18 und deinen Feind hassen. 44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, 45 damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
46 Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? 47 Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? 48 Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.

Das tägliche Bibel-Quiz

 

Ergebnisse

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Lies den Impuls nochmal sorgfältig durch und versuche es nochmal!

#1. Was ist laut dem Impuls die größte Gefahr, wenn Salz im geistlichen Sinne „seinen Geschmack verliert“?

#2. Was ist mit der „Lethargie“ oder dem „Fatalismus“ gemeint, vor denen der Autor im Hinblick auf die endzeitlichen Entwicklungen warnt?

#3. Warum führt der Autor König Josia als Beispiel für geistliche Hingabe an?

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