Brot des Lebens Ein täglicher Impuls für das Leben mit Jesus

Donnerstag, 10. September 2026

Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch das Gewand. Das war aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Lasst uns das nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt: »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten.

Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch das Gewand. Das war aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Lasst uns das nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt: »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten. (Joh. 19:23–24)

Das ungenähte Gewand

Bei meiner täglichen Bibellese blieb ich vor einiger Zeit an diesem Detail aus dem Johannesevangelium hängen: Johannes erwähnt ausdrücklich, dass Jesu Untergewand ohne Naht war, von oben an in einem Stück gewebt. Das ist mehr als eine beiläufige Beobachtung:
Jesus trug ein ungenähtes Untergewand. – Die Schrift sagt uns nicht, wer es angefertigt oder ihm geschenkt hatte. Sie sagt aber, was daran besonders war: Es war nicht aus einzelnen Teilen zusammengesetzt, sondern als Ganzes gewebt. Darum wollten die Soldaten es nicht zerschneiden. So wurde gerade durch ihr Losen erfüllt, was Psalm 22,19 angekündigt hatte: „Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand.“
Der Soldat, der es gewann. – Über den Mann, dem dieses Kleidungsstück zufiel, erfahren wir nichts. Gerade deshalb sollten wir hier nicht mehr sagen, als der Text sagt. Sicher ist nur: Ein Soldat erhielt äußerlich das Gewand Jesu. Doch ob er jemals innerlich begriff, wen er vor sich gehabt hatte, bleibt offen.
Wir brauchen alle dieses spezielle Gewand. – In der Offenbarung lesen wir von der Braut Christi: „Und es wurde ihr gegeben, sich anzutun mit schönem reinem Leinen. Das Leinen aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen“ (Offb. 19,8).
Dieses Bild erscheint in ähnlicher Form noch mehrmals in der Offenbarung: Vgl. Offb. 3,4–5.18; 4,4; 6,11; 7,9.13–14.
Das reine Leinen ist Geschenk. Es wird der Braut gegeben, und sie wird damit als die geschmückte, gereinigte Gemeinde sichtbar. Darum führt uns das Bild nicht zu eigener Leistung, sondern zu Christus, der seine Gemeinde reinigt, heiligt und mit seiner Gerechtigkeit bekleidet.
So darf uns das ungenähte Untergewand Jesu an seine ungeteilte Reinheit und Vollkommenheit erinnern. Wir stehen vor Gott nicht durch das, was wir aus uns selbst vorweisen können, sondern durch das, was Christus uns schenkt. Wer an ihn glaubt, wird nicht mit eigener Frömmigkeit bekleidet, sondern mit der Gerechtigkeit Christi. Er nimmt unsere Sünde auf sich und gibt uns, was wir niemals aus uns selbst hervorbringen könnten.

„Kleider machen Leute“ – vor Gott gilt das in einem noch tieferen Sinn: Nur wer mit Christus „bekleidet“ ist, kann vor ihm bestehen.

Peter Engler

Tägliche Bibellese

Der Bibelvers im Zusammenhang Johannes 19:

Jesu Geißelung und Verspottung
1 Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. 2 Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurgewand an 3 und traten zu ihm und sprachen: Sei gegrüßt, König der Juden!, und schlugen ihm ins Gesicht.
4 Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe ihn heraus zu euch, damit ihr erkennt, dass ich keine Schuld an ihm finde. 5 Und Jesus kam heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurgewand. Und Pilatus spricht zu ihnen: Seht, welch ein Mensch!
Jesu Verurteilung
6 Als ihn die Hohenpriester und die Knechte sahen, schrien sie: Kreuzige! Kreuzige! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und kreuzigt ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm. 7 Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz und nach dem Gesetz muss er sterben, denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht.
8 Als Pilatus dies Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr 9 und ging wieder hinein in das Prätorium und spricht zu Jesus: Woher bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. 10 Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich loszugeben, und Macht habe, dich zu kreuzigen? 11 Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben her gegeben wäre. Darum: der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde.
12 Von da an trachtete Pilatus danach, ihn freizulassen. Die Juden aber schrien: Lässt du diesen frei, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum König macht, der ist gegen den Kaiser. 13 Als Pilatus diese Worte hörte, führte er Jesus heraus und setzte sich auf den Richterstuhl an der Stätte, die da heißt Steinpflaster, auf Hebräisch Gabbata. 14 Es war aber am Rüsttag für das Passafest um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Seht, das ist euer König! 15 Sie schrien aber: Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König als den Kaiser. 16 Da überantwortete er ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde.

Jesu Kreuzigung und Tod
Sie nahmen ihn aber 17 und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. 18 Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte.
19 Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden. 20 Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache. 21 Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. 22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.
23 Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch das Gewand. Das war aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. 24 Da sprachen sie untereinander: Lasst uns das nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt Ps 22,19: »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten.
25 Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. 26 Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! 27 Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
28 Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. 29 Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und steckten ihn auf ein Ysoprohr und hielten es ihm an den Mund. 30 Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht!, und neigte das Haupt und verschied.
31 Weil es aber Rüsttag war und die Leichname nicht am Kreuz bleiben sollten den Sabbat über – denn dieser Sabbat war ein hoher Festtag –, baten die Juden Pilatus, dass ihnen die Beine gebrochen und sie abgenommen würden. 32 Da kamen die Soldaten und brachen dem ersten die Beine und auch dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. 33 Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht; 34 sondern einer der Soldaten stieß mit dem Speer in seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus.
35 Und der das gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und er weiß, dass er die Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubt. 36 Denn das ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde 2. Mose 12,46: »Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen.« 37 Und wiederum sagt die Schrift an einer andern Stelle Sach 12,10: »Sie werden den sehen, den sie durchbohrt haben.«
Jesu Grablegung
38 Danach bat Josef von Arimathäa, der ein Jünger Jesu war, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, den Pilatus, dass er den Leichnam Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leichnam Jesu ab. 39 Es kam aber auch Nikodemus, der vormals in der Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte Myrrhe gemischt mit Aloe, etwa hundert Pfund. 40 Da nahmen sie den Leichnam Jesu und banden ihn in Leinentücher mit wohlriechenden Ölen, wie die Juden zu begraben pflegen. 41 Es war aber an der Stätte, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten und im Garten ein neues Grab, in das noch nie jemand gelegt worden war. 42 Dahin legten sie Jesus wegen des Rüsttags der Juden, weil das Grab nahe war.

Das tägliche Bibel-Quiz

 

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#1. Welches spezifische physische Merkmal des Untergewands Jesu veranlasste die römischen Soldaten dazu, darum zu losen, anstatt es in Stücke zu teilen?

#2. Was symbolisiert im Kontext der im Text zitierten Offenbarung des Johannes das „feine Leinen“, das der Braut Christi gegeben wird?

#3. Wie spiegelt das nahtlose Gewand Jesu nach Peter Englers Deutung die Stellung des Gläubigen vor Gott wider?

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