Brot des Lebens Ein täglicher Impuls für das Leben mit Jesus

Donnerstag, 24. September 2026

Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebhatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebhatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. (Joh. 19:26–27)

Der Jünger, den Jesus liebhatte (2)

Wir setzen die Betrachtung vom Montag fort – mit direkten und indirekten Erwähnungen des Jüngers, von dem in der Überschrift die Rede ist.
Beiderseitige Fürsorge (siehe obiger Vers). – Die nächste Gelegenheit, bei der der Jünger, den Jesus liebhatte, erwähnt wird, ist die berühmte Szene unter dem Kreuz: Der Herr sorgt in seinen letzten Lebensminuten noch treu für seinen Lieblingsjünger und seine Mutter. Sie werden einander zugeordnet: Johannes als „Ersatzsohn“ und Maria als seine „Ersatzmutter“. Viele Fragen tun sich hier auf, denn Jesus hatte ja auch Brüder, die später zum Glauben kamen. Kümmerten sie sich nicht um ihre alt gewordene Mutter? Warum ordnet Jesus ausgerechnet Johannes und Maria einander zu? Vielleicht, weil seine Brüder zu diesem Zeitpunkt noch ungläubig waren. Auf jeden Fall kommt auch hier das besondere Verhältnis zum Ausdruck, das Jesus zu Johannes hatte.
Die ersten Zeugen der Auferstehung. – „Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus liebhatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“ (Joh. 20,2). Es wird oft betont, dass Frauen die ersten Zeugen der Auferstehung waren. Hier sehen wir jedoch, dass eine dieser Frauen, Maria Magdalena, sofort zu Petrus und Johannes läuft. Sie versteht nämlich noch nichts von der Auferstehung Jesu, sondern meint, der Leichnam Jesu sei gestohlen worden.
Aber ihre Mitteilung setzt Petrus und Johannes sofort in Bewegung. Wir lesen: „Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus, und sie kamen zum Grab. Es liefen aber die zwei miteinander, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zum Grab, schaut hinein und sieht die Leinentücher liegen; er ging aber nicht hinein. Da kam Simon Petrus ihm nach und ging in das Grab hinein und sieht die Leinentücher liegen, aber das Schweißtuch, das Jesus um das Haupt gebunden war, nicht bei den Leinentüchern liegen, sondern daneben, zusammengewickelt an einem besonderen Ort. Da ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grab gekommen war, und sah und glaubte. Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen müsste.“ (Joh. 20,3–9)
Hier wird der Jünger, den Jesus liebhatte, sogar mehrfach als „der andere Jünger“ erwähnt. Bemerkenswert ist dabei: Er glaubte – aber was? An die Auferstehung? Oder daran, dass der Leichnam Jesu gestohlen worden sei? Vers 9 legt letztere Auslegung nahe.
Dennoch machte Jesus sie durch diesen Gang zu den ersten männlichen Zeugen des leeren Grabes. Und wieder ist Johannes dabei, der Jünger, den Jesus liebhatte.
Wie stehen Du und ich zu Jesus?
Ausnahmsweise morgen wollen wir unsere Betrachtung mit einem dritten Teil abschließen.

Menschen, die Jesus nahe sind, werden manchmal auch besonderer Offenbarungen gewürdigt.

Peter Engler

Tägliche Bibellese

Der Bibelvers im Zusammenhang Johannes 19:

Jesu Geißelung und Verspottung
1 Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. 2 Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurgewand an 3 und traten zu ihm und sprachen: Sei gegrüßt, König der Juden!, und schlugen ihm ins Gesicht.
4 Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe ihn heraus zu euch, damit ihr erkennt, dass ich keine Schuld an ihm finde. 5 Und Jesus kam heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurgewand. Und Pilatus spricht zu ihnen: Seht, welch ein Mensch!
Jesu Verurteilung
6 Als ihn die Hohenpriester und die Knechte sahen, schrien sie: Kreuzige! Kreuzige! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und kreuzigt ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm. 7 Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz und nach dem Gesetz muss er sterben, denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht.
8 Als Pilatus dies Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr 9 und ging wieder hinein in das Prätorium und spricht zu Jesus: Woher bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. 10 Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich loszugeben, und Macht habe, dich zu kreuzigen? 11 Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben her gegeben wäre. Darum: der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde.
12 Von da an trachtete Pilatus danach, ihn freizulassen. Die Juden aber schrien: Lässt du diesen frei, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum König macht, der ist gegen den Kaiser. 13 Als Pilatus diese Worte hörte, führte er Jesus heraus und setzte sich auf den Richterstuhl an der Stätte, die da heißt Steinpflaster, auf Hebräisch Gabbata. 14 Es war aber am Rüsttag für das Passafest um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Seht, das ist euer König! 15 Sie schrien aber: Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König als den Kaiser. 16 Da überantwortete er ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde.

Jesu Kreuzigung und Tod
Sie nahmen ihn aber 17 und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. 18 Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte.
19 Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden. 20 Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache. 21 Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. 22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.
23 Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch das Gewand. Das war aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. 24 Da sprachen sie untereinander: Lasst uns das nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt Ps 22,19: »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten.
25 Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. 26 Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! 27 Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
28 Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. 29 Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und steckten ihn auf ein Ysoprohr und hielten es ihm an den Mund. 30 Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht!, und neigte das Haupt und verschied.
31 Weil es aber Rüsttag war und die Leichname nicht am Kreuz bleiben sollten den Sabbat über – denn dieser Sabbat war ein hoher Festtag –, baten die Juden Pilatus, dass ihnen die Beine gebrochen und sie abgenommen würden. 32 Da kamen die Soldaten und brachen dem ersten die Beine und auch dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. 33 Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht; 34 sondern einer der Soldaten stieß mit dem Speer in seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus.
35 Und der das gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und er weiß, dass er die Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubt. 36 Denn das ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde 2. Mose 12,46: »Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen.« 37 Und wiederum sagt die Schrift an einer andern Stelle Sach 12,10: »Sie werden den sehen, den sie durchbohrt haben.«
Jesu Grablegung
38 Danach bat Josef von Arimathäa, der ein Jünger Jesu war, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, den Pilatus, dass er den Leichnam Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leichnam Jesu ab. 39 Es kam aber auch Nikodemus, der vormals in der Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte Myrrhe gemischt mit Aloe, etwa hundert Pfund. 40 Da nahmen sie den Leichnam Jesu und banden ihn in Leinentücher mit wohlriechenden Ölen, wie die Juden zu begraben pflegen. 41 Es war aber an der Stätte, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten und im Garten ein neues Grab, in das noch nie jemand gelegt worden war. 42 Dahin legten sie Jesus wegen des Rüsttags der Juden, weil das Grab nahe war.

Das tägliche Bibel-Quiz

 

Ergebnisse

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Lies den Impuls nochmal sorgfältig durch und versuche es nochmal!

#1. Welche Auswirkung hat die Einbeziehung von Johannes 20,9 („Denn sie verstanden die Schrift noch nicht …“) auf die Deutung des Glaubens jenes „Jüngers, den Jesus liebte“, als dieser am leeren Grab eintraf und „glaubte“?

#2. Angesichts der Anwesenheit der leiblichen Brüder Jesu: Welchen Hauptgrund nennt der Impuls dafür, dass Jesus seine Mutter Maria dem „Jünger, den er liebte“, anvertraute und nicht seiner eigenen Verwandtschaft?

#3. Wie charakterisiert die Erzählung die anfängliche Rolle von Maria Magdalena im Geschehensablauf nach der Entdeckung des leeren Grabes?

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