Brot des Lebens Ein täglicher Impuls für das Leben mit Jesus

Freitag, 25. September 2026

Da spricht der Jünger, den Jesus liebhatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr war, gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser.

Da spricht der Jünger, den Jesus liebhatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr war, gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser. (Joh. 21:7)

Der Jünger, den Jesus liebhatte (3)

Ersterkennung (siehe obiger Vers). – Die Begegnung des Herrn mit seinen Jüngern in der Morgenkühle am See Tiberias hat für mich stets etwas besonders Anrührendes. Die Jünger sind nach einer erfolglosen Nacht des Fischens frustriert. Aber da steht auf einmal dieser sonderbare Mann am Ufer und fragt die rauen Männer: „Kinder, habt ihr nichts zu essen?“ Wie wunderbar kommt hier die väterliche Fürsorge Jesu für seine Kinder zum Ausdruck! Und dann fordert er sie auf, es doch nur noch einmal zu versuchen. Der Fischfang, den sie daraufhin machen, übertrifft alles.
Wieder ist es der Jünger, den Jesus liebhatte, der den Auferstandenen als Erster erkennt. Natürlich – sie haben ihn ja bei anderer Gelegenheit schon einmal so erlebt! (Lk. 5,4–7) Johannes erinnert sich daran.
Und er sagt Petrus sofort weiter, wen er erkannt hat. Der bekleidet sich erst und wirft sich dann ins Meer, seinem Herrn entgegen. Wieder wirkt sich die Nähe des Johannes zu Jesus in besonderer Weise aus.
Individuelles Schicksal. – „Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebhatte, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist’s, der dich verrät? Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was wird aber mit diesem?“ (Joh. 21,20–21).
Dies ist der letzte, rätselhafte Abschnitt im Johannesevangelium. Nachdem Jesus Petrus wieder in sein Amt eingesetzt hat, kündigt er ihm den Märtyrertod an. Da stellt sich Petrus, der Johannes sieht, sofort die Frage: „Und was wird aus dem?“ Jesus gibt eine seltsame Antwort: „Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an?“ (V. 22) Daraus wurde später unter den Jüngern: „Dieser Jünger stirbt nicht.“ Aber jener Jünger stellt selbst richtig, dass Jesus dies nicht über ihn prophezeit hat (V. 23). Dieser Jünger ist eben ein wahrhaftiger Zeuge (V. 24). Und es bleibt für uns ein Stück weit offen, ob Johannes nach dem Ende seiner Verbannung auf die Insel Patmos hochbetagt als Ältester in Ephesus gestorben ist – und ob auch er noch den Märtyrertod erleiden musste wie sein Bruder Jakobus.
Was wir aber auf jeden Fall aus diesem Abschnitt ableiten können: Jeder Jünger hat ein individuelles Schicksal und kann sich nicht mit anderen Jüngern vergleichen. Der Herr führt jeden Christen einen eigenen Weg. Warum er es beim einen so tut und beim anderen anders, ist sein Geheimnis. Aber wir dürfen glauben: Er wird es recht machen – auch mit dir und mir.

Der Herr führt nicht alle auf demselben Weg, aber jeden auf dem richtigen.

Peter Engler

Tägliche Bibellese

Der Bibelvers im Zusammenhang Johannes 21:

Der Auferstandene am See Tiberias
1 Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See Tiberias. Er offenbarte sich aber so:
2 Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger. 3 Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will fischen gehen. Sie sprechen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts.
4 Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. 5 Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. 6 Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten’s nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische.
7 Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr war, gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser. 8 Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen.
9 Als sie nun ans Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer und Fische darauf und Brot. 10 Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! 11 Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz an Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht.

12 Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. 13 Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt’s ihnen, desgleichen auch die Fische.
14 Das ist nun das dritte Mal, dass Jesus den Jüngern offenbart wurde, nachdem er von den Toten auferstanden war.
Petrus und Johannes
15 Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer!
16 Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!
17 Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!
18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hinwolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hinwillst. 19 Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen würde. Und als er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!
20 Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus lieb hatte, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist’s, der dich verrät? 21 Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was wird aber mit diesem? 22 Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! 23 Da kam unter den Brüdern die Rede auf: Dieser Jünger stirbt nicht. Aber Jesus hatte nicht zu ihm gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an?
24 Dies ist der Jünger, der dies alles bezeugt und aufgeschrieben hat, und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist. 25 Es sind noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat. Wenn aber eins nach dem andern aufgeschrieben werden sollte, so würde, meine ich, die Welt die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären.

Das tägliche Bibel-Quiz

 

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#1. Warum ist in der Schilderung der morgendlichen Begegnung am See von Tiberias der „Jünger, den Jesus liebte“, der Erste, der die Gestalt am Ufer als den Herrn erkennt?

#2. Welche konkrete Abfolge von Handlungen vollzog Simon Petrus, als er hörte, dass der Mann am Ufer Jesus war?

#3. Welche wesentliche theologische Lehre lässt sich aus Jesu Antwort auf die Frage des Petrus nach der Zukunft des Jüngers, den Jesus liebte, ableiten?

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