Nur bei Gott wird meine Seele still, denn meine Hilfe kommt von ihm. Nur er ist mein Fels, meine Rettung, meine sichere Burg, in der mir kaum etwas geschehen kann. (Ps. 62:2–3) (NeÜ)
Stillhalten
Du sitzt mit geöffnetem Mund beim Zahnarzt. Kennst du dieses Gefühl? Du musst alles über dich ergehen lassen und kannst selbst nichts tun. Das Einzige, worauf es jetzt ankommt, ist stillzuhalten. Bewegst du dich, machst du die Sache wahrscheinlich nur noch schlimmer.
Die Situation ist höchst unangenehm – und trotzdem schaffe ich es immer wieder, stillzuhalten. Denn ich weiß: Der Zahnarzt ist auf meiner Seite. Die Bakterien hingegen, die meine Zähne angreifen, sind es nicht. Mein Zahnarzt behandelt die entstandenen Schäden, oder seine Helferin reinigt meine Zähne, damit es gar nicht erst so weit kommt.
David betet aus seiner Not heraus und sagt: „Nur bei Gott wird meine Seele still.“ Er weiß, dass Gott stets auf seiner Seite ist und er sich jederzeit zu ihm retten kann. Bei Gott findet er Hilfe und Hoffnung in stürmischen Zeiten – nur bei Gott!
Doch wie oft bleibe ich nicht ruhig, sondern suche anderswo Rettung? Ich vertraue auf meine eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Vielleicht finde ich im Internet eine Lösung, oder ich wende mich zunächst an meine Mitmenschen. Dabei werde ich immer nervöser und unruhiger. Selbst meine Freunde können mir oft nicht wirklich helfen. So suche ich überall, bis ich schließlich wieder an den Punkt komme, mich an Gott zu wenden.
Nur bei ihm wird meine Seele wieder still. Das ist der Weg des Vertrauens. Gerade in den schwierigen Zeiten der vergangenen Monate habe ich das oft erlebt. Die Anforderungen nahmen überhand: Notfälle in der Familie, Handwerker im Haus – und dazu der ganz normale Alltag. Als alles zusammenkam, wurde ich hektisch und wollte sämtliche Brände gleichzeitig löschen. Das musste schiefgehen. Am meisten durchgetragen hat mich die Stille Zeit mit Gott am Morgen, die glücklicherweise in meinem Leben zu einer festen Gewohnheit geworden ist. Zwar fällt sie an manchen Tagen aus, doch das geschieht nur selten. So finde ich selbst in aller Hektik genügend Ruhe, damit mein Herz nicht davonrast.
Überlege: Welchen Weg willst du heute einschlagen? Wohin wendest du dich, wenn du Hilfe brauchst? Wie kannst du die Stille vor Gott zu einer festen Gewohnheit werden lassen?
Fred Eick
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang Psalm 62:
Stille zu Gott
1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jedutun.
2 Meine Seele ist stille
zu Gott, der mir hilft.
3 Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz,
dass ich gewiss nicht fallen werde.
4 Wie lange stellt ihr alle einem nach,
wollt alle ihn morden,
als wäre er eine hangende Wand
und eine rissige Mauer?
5 Sie denken nur, wie sie ihn stürzen,
haben Gefallen am Lügen;
mit dem Munde segnen sie,
aber im Herzen fluchen sie. SELA.
6 Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele;
denn er ist meine Hoffnung.
7 Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz,
dass ich nicht fallen werde.
8 Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre, /
der Fels meiner Stärke,
meine Zuversicht ist bei Gott.
9 Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, /
schüttet euer Herz vor ihm aus;
Gott ist unsre Zuversicht. SELA.
10 Aber Menschen sind ja nichts, große Leute täuschen auch;
sie wiegen weniger als nichts,
so viel ihrer sind.
11 Verlasst euch nicht auf Gewalt
und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung;
fällt euch Reichtum zu,
so hängt euer Herz nicht daran.
12 Eines hat Gott geredet,
ein Zweifaches habe ich gehört:
Gott allein ist mächtig,
13 und du, Herr, bist gnädig;
denn du vergiltst einem jeden,
wie er’s verdient hat.
