„Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.“ (Hebr. 12:1–2)
Mit Geduld laufen
Vor einiger Zeit hat es mich wieder gepackt, und ich bin ganz früh am Morgen losgelaufen. Nicht mehr so schnell wie früher, aber stetig und in gemäßigtem Tempo. Streckenweise lief ich barfuß und hatte fast vergessen, wie gut es tut, den Morgentau unter den Füßen zu spüren und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Früh am Morgen ist für mich die beste Zeit, um nachzudenken, zu beten und innerlich zur Ruhe zu kommen. Das gleichmäßige Laufen beruhigt mich, bevor die Hektik des Alltags mich wieder einholt.
Dabei kam mir eine Bibelstelle von Paulus in den Sinn: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebhaben.“ (2. Tim. 4,7–8)
Was für ein schönes Bild eines Christen am Ende seines Lebens! Geistlich gesehen muss ein Christ ein Leben lang ein Marathonläufer sein und bleiben, bis er das Ziel erreicht hat. Als Paulus diese Verse im 2. Timotheusbrief und den Tagesvers an die Christen in der Diaspora schrieb, hatte er vermutlich die Wettläufer der damaligen Stadien vor Augen. Die Glaubensvorbilder aus dem Alten Testament beschreibt er ein Kapitel zuvor als eine „Wolke von Zeugen“ – vergleichbar mit Athleten vergangener Tage, die die Mühen, Härten und Anstrengungen eines langen Laufes kannten.
Ein Wettläufer muss beharrlich und geduldig sein. Er muss das Ziel fest vor Augen haben und darf weder zur Rechten noch zur Linken abweichen (5. Mose 28,14), sonst wird er den Siegespreis nicht erlangen. Für uns Christen ist dieser Siegespreis das ewige Leben bei Gott und die ungetrübte Gemeinschaft mit unserem Herrn und Heiland JESUS CHRISTUS. Damit wir dieses Ziel erreichen können, hat GOTT seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt, damit er am Kreuz von Golgatha für unsere Sünden stirbt und jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat (Joh. 3,16). Der HERR ist beim Start unseres Glaubenslaufs dabei, und er will auch am Ende unseres Laufes, am Ende unseres irdischen Lebens, an unserer Seite sein. Jedes Mal, wenn ein Mensch seine Sündenschuld vor GOTT bekennt und den Glaubenslauf auf dieser Erde beginnt, herrscht Freude im Himmel bei den Engeln (Lk. 15,10). Und ich wage zu sagen: Wenn ein Christ seinen Lauf vollendet und am Ziel ist, wird die Freude im Himmel noch unbeschreiblich größer sein.
Wer nicht startet, wird nichts gewinnen!
Gerd Brändlein
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang Hebräer 12
Der Glaubensweg der Christen
1 Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, 2 und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. 3 Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst.
4 Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde 5 und habt bereits den Trost vergessen, der zu euch redet wie zu seinen Kindern Spr 3,11-12: »Mein Sohn, achte nicht gering die Erziehung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst. 6 Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.«
7 Es dient zu eurer Erziehung, wenn ihr dulden müsst. Wie mit seinen Kindern geht Gott mit euch um; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? 8 Seid ihr aber ohne Züchtigung, die doch alle erfahren haben, so seid ihr Ausgestoßene und nicht Kinder. 9 Wenn unsre leiblichen Väter uns gezüchtigt haben und wir sie doch geachtet haben, sollten wir uns dann nicht viel mehr unterordnen dem geistlichen Vater, damit wir leben? 10 Denn jene haben uns gezüchtigt für wenige Tage nach ihrem Gutdünken, dieser aber tut es zu unserm Besten, damit wir an seiner Heiligkeit Anteil erlangen. 11 Jede Züchtigung aber, wenn sie da ist, scheint uns nicht Freude, sondern Leid zu sein; danach aber bringt sie als Frucht denen, die dadurch geübt sind, Frieden und Gerechtigkeit.
12 Darum stärkt die müden Hände und die wankenden Knie 13 und macht sichere Schritte mit euren Füßen, damit nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. 14 Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird, 15 und seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume; dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie unrein werden; 16 dass nicht jemand sei ein Abtrünniger oder Gottloser wie Esau, der um der einen Speise willen seine Erstgeburt verkaufte. 17 Ihr wisst ja, dass er hernach, als er den Segen ererben wollte, verworfen wurde, denn er fand keinen Raum zur Buße, obwohl er sie mit Tränen suchte.
18 Denn ihr seid nicht gekommen zu dem Berg, den man anrühren konnte und der mit Feuer brannte, und nicht in Dunkelheit und Finsternis und Ungewitter 19 und nicht zum Schall der Posaune und zum Ertönen der Worte, bei denen die Hörer baten, dass ihnen keine Worte mehr gesagt würden; 20 denn sie konnten’s nicht ertragen, was da gesagt wurde 2. Mose 19,13: »Und auch wenn ein Tier den Berg anrührt, soll es gesteinigt werden.« 21 Und so schrecklich war die Erscheinung, dass Mose sprach 5. Mose 9,19: »Ich bin erschrocken und zittere.«
22 Sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu den vielen tausend Engeln und zu der Versammlung 23 und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten 24 und zu dem Mittler des neuen Bundes, Jesus, und zu dem Blut der Besprengung, das besser redet als Abels Blut.
25 Seht zu, dass ihr den nicht abweist, der da redet. Denn wenn jene nicht entronnen sind, die den abwiesen, der auf Erden redete, wie viel weniger werden wir entrinnen, wenn wir den abweisen, der vom Himmel redet. 26 Seine Stimme hat zu jener Zeit die Erde erschüttert, jetzt aber verheißt er und spricht Hag 2,6: »Noch einmal will ich erschüttern nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel.« 27 Dieses »Noch einmal« aber zeigt an, dass das, was erschüttert werden kann, weil es geschaffen ist, verwandelt werden soll, damit allein das bleibe, was nicht erschüttert werden kann. 28 Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen mit Scheu und Furcht, wie es ihm gefällt; 29 denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.
