Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide und trage sie ewiglich. (Ps. 28:9)
Liebe zu Israel
Die Andacht von Martin Seidl-Schulz am 11. September hat mich inspiriert, seinen Gedanken über die Erwählung Israels noch einmal aufzunehmen – diesmal besonders im Blick auf Fürbitte, Dankbarkeit und Liebe.
Ja, auch ich glaube: Gott hat sich Israel in besonderer Weise erwählt und ist mit diesem Volk einen einzigartigen Weg gegangen. Durch Israel hat er uns sein Wort gegeben, seine Verheißungen offenbart und schließlich den Messias, unseren Herrn Jesus Christus, in diese Welt gesandt. Darum bete ich seit etlichen Jahren fast täglich den obigen Vers aus Psalm 28.
Ich denke, wir tun gut daran, so zu beten. In erster Linie ist es ein Gebet für Gottes Volk Israel: „Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide und trage sie ewiglich.“ Zugleich dürfen alle, die durch den Glauben zu Christus gehören, dieses Gebet, wenn auch erst in zweiter Linie, auf sich beziehen. Aber Davids Blick galt zunächst dem Volk, das Gott sich erwählt hatte.
Darum ist auch die Verheißung an Abraham in 1. Mose 12,3 nicht nebensächlich: „Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen, und in dir werden gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“ Gottes Ziel mit Israel war von Anfang an weiter als Israel selbst: Durch dieses Volk sollte Segen zu allen Völkern kommen.
Diese Verheißung ruft uns zu einer Haltung des Respekts, der Dankbarkeit und der Liebe. Wer Gottes Geschichte mit Israel ernst nimmt, wird sich nicht über dieses Volk erheben, sondern demütig anerkennen, wie viel wir durch Israel empfangen haben.
Deshalb ist unsere Haltung gegenüber Israel geistlich nicht gleichgültig. Nicht Bitterkeit, Überheblichkeit oder Gleichgültigkeit sollen unser Denken prägen, sondern Fürbitte, Wohlwollen und die Sehnsucht, dass Gottes Heil auch unter ihnen sichtbar werde.
Das bedeutet nicht, dass wir jede politische Entscheidung oder jedes menschliche Handeln kritiklos gutheißen müssen. Es bedeutet auch nicht, dass geistlich schon alles in Ordnung wäre. Wir wissen, dass viele aus Israel Jesus Christus, den Messias, noch nicht erkannt haben und ablehnen – und dass Christen sogar verfolgt werden. Zugleich aber gibt es messianische Gemeinden, die ihn bereits bekennen. Gerade darum ist Israel nicht zuerst Gegenstand unserer Kritik, sondern unserer Fürbitte.
Darum sollten wir uns – als Deutsche schon aus rein historischen Gründen – entschieden von jeder Form des Antisemitismus distanzieren – ob er religiös, ideologisch, politisch oder kulturell begründet wird. Diesem Volk zu fluchen, ist gefährlich – das haben bisher alle Antisemiten der Geschichte erfahren, von Haman bis Hitler. Und auch den zeitgenössischen Antisemiten aller Couleur und Herkunft wird es nicht anders ergehen. Dabei heißt Gottes Volk zu segnen nicht, blind zu sein; es heißt, mit Gottes Treue zu rechnen, seine Verheißungen ernst zu nehmen und für Frieden, Rettung und Erkenntnis des Messias zu beten.
Ein weiterer schöner Vers bringt diese Haltung auf den Punkt: „Wünschet Jerusalem Glück! Es möge wohl gehen denen, die dich lieben!“ (Ps. 122,6)
Hast du Jerusalem schon einmal bewusst Frieden, Heil und Gottes Segen gewünscht?
Ich jedenfalls möchte auf der Seite derer gefunden werden, die Israel segnen, für Jerusalem beten und Gottes Treue über diesem Volk nicht vergessen. Mach doch auch du dir Ps. 28,9 als tägliches Gebet zu eigen: „Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide und trage sie ewiglich.“
Studiere in der Bibel das Schicksal der Feinde Israels – und dann ziehe die richtigen Schlussfolgerungen daraus.
Peter Engler
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang Psalm 28:
Bitte um Verschonung – Dank für Errettung
1 Von David.
Wenn ich rufe zu dir, HERR, mein Fels,
so schweige doch nicht,
dass ich nicht, wenn du schweigst,
gleich werde denen, die in die Grube fahren.
2 Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie,
wenn ich meine Hände aufhebe
zu deinem heiligen Tempel.
3 Raffe mich nicht hin mit den Gottlosen
und mit den Übeltätern,
die freundlich reden mit ihrem Nächsten
und haben Böses im Herzen.
4 Gib ihnen nach ihrem Tun
und nach ihren bösen Taten;
gib ihnen nach den Werken ihrer Hände;
vergilt ihnen, wie sie es verdienen.
5 Denn sie wollen nicht achten auf das Tun des HERRN
noch auf die Werke seiner Hände;
darum wird er sie niederreißen
und nicht wieder aufbauen.
6 Gelobt sei der HERR; denn er hat erhört
die Stimme meines Flehens.
7 Der HERR ist meine Stärke und mein Schild;
auf ihn hofft mein Herz und mir ist geholfen.
Nun ist mein Herz fröhlich,
und ich will ihm danken mit meinem Lied.
8 Der HERR ist seines Volkes Stärke,
Hilfe und Stärke für seinen Gesalbten.
9 Hilf deinem Volk und segne dein Erbe
und weide und trage sie ewiglich!
10 Ich schickte unter euch die Pest wie in Ägypten; ich tötete eure junge Mannschaft durchs Schwert und ließ eure Pferde gefangen wegführen, ich ließ den Gestank eures Heerlagers in eure Nasen steigen; dennoch bekehrt ihr euch nicht zu mir, spricht der HERR.
11 Ich richtete unter euch Zerstörung an, wie Gott Sodom und Gomorra zerstörte, dass ihr wart wie ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerissen wird; dennoch bekehrt ihr euch nicht zu mir, spricht der HERR.
12 Darum will ich’s weiter so mit dir machen, Israel! Weil ich’s denn weiter so mit dir machen will, so bereite dich, Israel, und begegne deinem Gott! 13 Denn siehe, er ist’s, der die Berge macht und den Wind schafft; er zeigt dem Menschen, was er im Sinne hat. Er macht die Morgenröte und die Finsternis, er tritt einher auf den Höhen der Erde – er heißt »HERR, Gott Zebaoth«.
