Wer ist hinaufgefahren zum Himmel und wieder herab? Wer hat den Wind in seine Hände gefasst? Wer hat die Wasser in ein Kleid gebunden? Wer hat alle Enden der Welt bestimmt? Wie heißt er? Und wie heißt sein Sohn? Weißt du das? (Spr. 30:4)
Geheimnisse der Bibel
Vor Kurzem bin ich bei meiner täglichen Bibellese auf dieses Kleinod gestoßen. Der weise Agur stellt hier eine prophetische Frage, ohne die Antwort zu kennen. Kein Gelehrter, auch nicht König Salomo mit all seiner Weisheit, hätte sie beantworten können. Die Worte „Und wie heißt sein Sohn?“ bargen ein Geheimnis, das nur Gott allein kannte.
Woher wusste Agur überhaupt, dass der Schöpfer der Welt einen Sohn hat? Der Heilige Geist hatte es ihm offenbart. Sicherlich kannte Agur auch Stellen aus den Heiligen Schriften wie 2. Sam. 7,14: „Ich will sein Vater sein und er soll mein Sohn sein.“ Auch in späteren Büchern des AT finden wir Hinweise auf den verheißenen Messias, etwa beim Propheten Jesaja (49,6): „Er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, dass du seist mein Heil bis an die Enden der Erde.“
All diese prophetischen Ankündigungen haben sich in Jesus Christus erfüllt, und wir als Gläubige aus den Nationen dürfen seinen Namen kennen. Wie wunderbar!
Noch erstaunlicher finde ich, dass der Sohn des allmächtigen Gottes keinen Wert auf menschliche Ehre legte. Ohne großes Aufsehen, still und unscheinbar, kam der Heiland der Welt und König aller Könige in einem schmutzigen, übelriechenden Stall in Bethlehem zur Welt. Und wem wurde die frohe Botschaft von der Geburt des Retters zuerst offenbart? Ein Engel des Herrn verkündigte sie einfachen, armen und gesellschaftlich gering angesehenen Hirten auf dem Feld.
In Lk. 10,21–22 lesen wir, wie der Herr Jesus darüber frohlockt, dass der Vater dieses Geheimnis offenbart hat: „Zu der Stunde freute sich Jesus im Heiligen Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart. Ja, Vater, so hat es dir wohlgefallen. Alles ist mir übergeben von meinem Vater. Und niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater, noch, wer der Vater ist, als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.“
Hat sich der eingeborene Sohn Gottes auch dir schon offenbart, und kennst du seinen Namen?
Das eine große Thema der Bibel ist Christus, der Sohn des Vaters im Himmel.
Gerd Brändlein
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang Sprüche 30:
Die Sprüche Agurs
1 Dies sind die Worte Agurs, des Sohnes des Jake, aus Massa. Es spricht der Mann: Ich habe mich gemüht, o Gott, ich habe mich gemüht, o Gott, und muss davon lassen. 2 Denn ich bin der Allertörichtste, und Menschenverstand habe ich nicht. 3 Weisheit hab ich nicht gelernt, und Erkenntnis des Heiligen habe ich nicht. 4 Wer ist hinaufgefahren zum Himmel und wieder herab? Wer hat den Wind in seine Hände gefasst? Wer hat die Wasser in ein Kleid gebunden? Wer hat alle Enden der Welt bestimmt? Wie heißt er? Und wie heißt sein Sohn? Weißt du das?
5 Alle Worte Gottes sind durchläutert; er ist ein Schild denen, die auf ihn trauen. 6 Tu nichts zu seinen Worten hinzu, dass er dich nicht zur Rechenschaft ziehe und du als Lügner dastehst.
7 Zweierlei bitte ich von dir, das wollest du mir nicht verweigern, ehe denn ich sterbe: 8 Falschheit und Lüge lass ferne von mir sein; Armut und Reichtum gib mir nicht; lass mich aber mein Teil Speise dahinnehmen, das du mir beschieden hast. 9 Ich könnte sonst, wenn ich zu satt würde, verleugnen und sagen: Wer ist der HERR? Oder wenn ich zu arm würde, könnte ich stehlen und mich an dem Namen meines Gottes vergreifen.
10 Verleumde nicht den Knecht bei seinem Herrn, dass er dir nicht fluche und du es büßen musst.
11 Es gibt eine Art, die ihrem Vater flucht und ihre Mutter nicht segnet; 12 eine Art, die sich rein dünkt und ist doch von ihrem Schmutz nicht gewaschen; 13eine Art, die ihre Augen hoch trägt und ihre Augenlider emporhebt; 14 eine Art, die Schwerter als Zähne hat und Messer als Backenzähne und verzehrt die Elenden im Lande und die Armen unter den Leuten.
15 Der Blutegel hat zwei Töchter, die heißen: »Gib her, gib her!«
Drei sind nicht zu sättigen, und vier sagen nie: »Es ist genug«: 16 das Totenreich und der Frauen verschlossner Schoß, die Erde, die nicht des Wassers satt wird, und das Feuer, das nie spricht: »Es ist genug!«
17 Ein Auge, das den Vater verspottet, und verachtet, der Mutter zu gehorchen, das müssen die Raben am Bach aushacken und die jungen Adler fressen.
18 Drei sind mir zu wundersam, und vier verstehe ich nicht: 19 des Adlers Weg am Himmel, der Schlange Weg auf dem Felsen, des Schiffes Weg mitten im Meer und des Mannes Weg beim Weibe.
20 So ist der Weg der Ehebrecherin: sie verschlingt und wischt sich den Mund und spricht: Ich habe nichts Böses getan.
21 Ein Land wird durch dreierlei unruhig, und viererlei kann es nicht ertragen: 22 einen Knecht, wenn er König wird; einen Toren, wenn er zu satt ist; 23 eine Verschmähte, wenn sie geehelicht wird, und eine Magd, wenn sie ihre Herrin beerbt.
24 Vier sind die Kleinsten auf Erden und doch klüger als die Weisen: 25 die Ameisen – ein schwaches Volk, dennoch schaffen sie im Sommer ihre Speise; 26 die Klippdachse – ein schwaches Volk, dennoch bauen sie ihr Haus in den Felsen; 27 die Heuschrecken – sie haben keinen König, dennoch ziehen sie aus in Ordnung; 28 die Eidechse – man greift sie mit den Händen, und sie ist doch in der Könige Schlössern.
29 Drei haben einen stattlichen Gang, und vier gehen stolz einher: 30 der Löwe, mächtig unter den Tieren und kehrt um vor niemandem; 31 der stolze Hahn, der Widder und der König, wenn er einhergeht vor seinem Heerbann.
32 Ob du töricht gehandelt und dich überhoben hast oder ob du recht überlegt hast: lege die Hand auf den Mund! 33 Denn wenn man Milch stößt, so wird Butter daraus, und wer die Nase hart schneuzt, zwingt Blut heraus, und wer den Zorn reizt, ruft Streit hervor.
