Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. (Jak. 5:16b)
Unaufhörlich beten!
Gestern vor 13 Jahren verstarb der österreichische Evangelist, Prediger und Autor Hans Peter Royer im Alter von 51 Jahren bei einem tragischen Alpinunfall. (Er verunglückte beim Paragliden am Dachstein.)
Die Nachricht von seinem Tod stimmte mich seinerzeit traurig, und merkwürdigerweise fiel mir damals zu seinem Unfall der bittere Ausspruch ein: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um! Wie ich aber erst jetzt bei der Recherche festgestellt habe, stammt dieser Satz nicht aus der Bibel, sondern ist ein Zitat aus dem apokryphen Buch Jesus Sirach (Sir. 3,26–28).
Die Person Hans Peter Royer war nicht unumstritten, dennoch prägten mich eine Zeit lang seine frischen und inspirierenden Predigten. Mit verständlichen Beispielen aus dem Alltagsleben verstand er es in seiner einzigartigen Art, schwierige Themen und Fragestellungen eines Christen einfach und anschaulich darzustellen.
In seinem bekannten Buch „Nach dem Amen bete weiter“ geht es ihm um erfahrbares Gebet und um die Beziehung zu seinem Herrn und Heiland. Er schlussfolgert: Wenn es einen auferstandenen Jesus gibt, muss er auch erfahrbar sein – so, wie er damals für seine Jünger sichtbar und erfahrbar war. Wenngleich er für uns Gläubige heute nicht sichtbar ist, lässt sich der HERR doch erfahren.
Strom, Radiowellen und Wind sind ebenfalls unsichtbar, und doch würde niemand bezweifeln, dass es sie gibt. Wir können Strom sichtbar machen, wenn wir eine Lampe einschalten, Radiowellen mithilfe eines Radioempfängers hörbar machen und den Wind durch ein geblähtes Segel nutzen, damit ein Boot Fahrt aufnimmt. Beim Beobachten eines Liebespaares erkennt man die Wirklichkeit der Liebe. Genauso kann ich in der Schöpfung das Wirken des Schöpfers erkennen.
Aber wie kann ich mir sicher sein, dass Jesus mich hört, wenn ich bete? Wenn ich mit meiner Ehefrau rede, bekomme ich normalerweise eine Reaktion – es entsteht eine Antwort oder ein Gespräch. Es liegt dann an mir, aufmerksam zuzuhören – oder gedanklich abzuschalten. Genauso ist es beim Gebet und beim Lesen der Bibel. Der HERR redet oft durch sein Wort, die Bibel, zu mir, aber auch durch andere Gläubige oder durch Situationen. Lies dazu in einer ruhigen Minute Johannes 16,23–33!
Ich habe festgestellt, dass das Problem der ausbleibenden Antwort nicht beim Herrn liegt, sondern bei mir selbst. Wie oft verwende ich ähnlich klingende Floskeln oder bete nur kurz, weil ich scheinbar keine Zeit habe! Oder es gibt Sünde in meinem Leben, die mich vom Gebet abhält. Bin ich vielleicht im Glauben müde geworden? Habe ich vielleicht bereits aufgehört, in seinem Wort zu lesen, weil es mir scheinbar nichts bringt? Dann muss ich mich nicht wundern, wenn ich auch keine Antworten wahrnehme.
Gerade deshalb ruft uns Gott nicht nur zu frommen Worten, sondern zu einer echten Beziehung mit ihm. Wer betet, tritt vor den lebendigen HERRN. Wer seine Schuld bekennt, findet bei JESUS Vergebung. Und wer auf sein Wort hört, wird lernen, seine Stimme mitten im Alltag wahrzunehmen.
Lebendiger Glaube wird nur dann erfahrbar, wenn ich es zulasse, dass Gottes Wort täglich zu mir redet – und wenn ich die Beziehung zu meinem Heiland im Gebet pflege wie zu einer Person, die ich sehr liebe.
Gerd Brändlein
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang Jakobus 5:
Das Gericht über die Reichen
1 Und nun, ihr Reichen: Weint und heult über das Elend, das über euch kommen wird! 2 Euer Reichtum ist verfault, eure Kleider sind von Motten zerfressen. 3 Euer Gold und Silber ist verrostet und ihr Rost wird gegen euch Zeugnis geben und wird euer Fleisch fressen wie Feuer. Ihr habt euch Schätze gesammelt in diesen letzten Tagen! 4 Siehe, der Lohn der Arbeiter, die euer Land abgeerntet haben, den ihr ihnen vorenthalten habt, der schreit, und das Rufen der Schnitter ist gekommen vor die Ohren des Herrn Zebaoth. 5 Ihr habt geschlemmt auf Erden und geprasst und eure Herzen gemästet am Schlachttag. 6Ihr habt den Gerechten verurteilt und getötet, und er hat euch nicht widerstanden.
Mahnung zur Geduld
7 So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. 8 Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.
9 Seufzt nicht widereinander, liebe Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet. Siehe, der Richter steht vor der Tür. 10 Nehmt, liebe Brüder, zum Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten, die geredet haben in dem Namen des Herrn. 11 Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört und habt gesehen, zu welchem Ende es der Herr geführt hat; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer.
12 Vor allen Dingen aber, meine Brüder, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit einem andern Eid. Es sei aber euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht dem Gericht verfallt.
Das Gebet für die Kranken
13 Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen. 14 Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. 15 Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden.
16 Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. 17 Elia war ein schwacher Mensch wie wir; und er betete ein Gebet, dass es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate. 18 Und er betete abermals, und der Himmel gab den Regen und die Erde brachte ihre Frucht.
Verantwortung für die Irrenden
19 Liebe Brüder, wenn jemand unter euch abirren würde von der Wahrheit und jemand bekehrte ihn, 20 der soll wissen: wer den Sünder bekehrt hat von seinem Irrweg, der wird seine Seele vom Tode erretten und wird bedecken die Menge der Sünden.
