Predige das Wort, steh dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre. (2. Tim. 4:2)
Der vergessene Befehl
Du, HERR JESUS, sendest uns als deine Jünger in alle Welt, damit wir dort deine Zeugen sind. Den Kern des Missionsbefehls finden wir in Mt. 28,19: „Darum gehet hin und lehret alle Völker!“
Wir sollen hingehen und Gottes Wort bezeugen. Dies geschieht in Wort und Tat: durch die Verkündigung des Evangeliums und durch gelebte Nächstenliebe – so, wie auch unser HERR JESUS die Gute Nachricht verkündigt und Menschen in ihrer Not begegnet ist.
Die große Herausforderung lautet: Wir sollen dies zur Zeit und zur Unzeit tun – ganz gleich, ob die Umstände günstig sind oder nicht, ob Menschen Gottes Wort hören wollen oder nicht: Wir sollen das Evangelium verkündigen. Unser HERR JESUS selbst hat dabei Widerstand erfahren – warum sollte es uns anders ergehen?
Wir sollen mit aller Geduld drohen (das künftige Gericht nicht auf die leichte Schulter zu nehmen), oder widerlegen, tadeln und ermahnen. Das heißt: Wir prüfen falsche Lebenskonzepte und Überzeugungen am Wort Gottes und benennen sie klar. Wir rufen Menschen zur Umkehr, wo sie sich in Sünde verstrickt haben, und gehen zugleich bittend und einladend auf sie zu. Klopft nicht auch unser HERR JESUS an jede Herzenstür und bittet um Einlass? So sendet er auch uns an die „Hecken und Zäune“, um Menschen zur Umkehr und zum Leben mit ihm einzuladen.
Dieser Befehl wird leicht vergessen, weil er uns aus der Bequemlichkeit herausruft. Doch gerade darin zeigt sich Gehorsam gegenüber Christus: dass wir nicht schweigen, wenn Menschen Gottes rettende Wahrheit brauchen, sondern in Liebe, Klarheit und Geduld von ihm Zeugnis geben.
Bete heute um eine Gelegenheit, Zeugnis zu geben. Aber Vorsicht: Gott könnte dein Gebet erhören!
Seid gesegnet!
Martin Seidl-Schulz
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang 2. Timotheus 4
Treue bis zum Ende
1 So ermahne ich dich inständig vor Gott und Christus Jesus, der da kommen wird zu richten die Lebenden und die Toten, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich: 2 Predige das Wort, steh dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre. 3 Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, 4 und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren.
5 Du aber sei nüchtern in allen Dingen, leide willig, tu das Werk eines Predigers des Evangeliums, richte dein Amt redlich aus. 6 Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Hinscheidens ist gekommen. 7 Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; 8 hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben.
Der Apostel und seine Mitarbeiter
9 Beeile dich, dass du bald zu mir kommst. 10 Denn Demas hat mich verlassen und diese Welt lieb gewonnen und ist nach Thessalonich gezogen, Kreszens nach Galatien, Titus nach Dalmatien. 11 Lukas ist allein bei mir. Markus nimm zu dir und bringe ihn mit dir; denn er ist mir nützlich zum Dienst. 12 Tychikus habe ich nach Ephesus gesandt. 13 Den Mantel, den ich in Troas ließ bei Karpus, bringe mit, wenn du kommst, und die Bücher, besonders die Pergamente. 14 Alexander, der Schmied, hat mir viel Böses angetan; der Herr wird ihm vergelten nach seinen Werken. 15Vor dem hüte du dich auch; denn er hat sich unsern Worten sehr widersetzt.
16 Bei meinem ersten Verhör stand mir niemand bei, sondern sie verließen mich alle. Es sei ihnen nicht zugerechnet. 17 Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Botschaft ausgebreitet würde und alle Heiden sie hörten, so wurde ich erlöst aus dem Rachen des Löwen. 18 Der Herr aber wird mich erlösen von allem Übel und mich retten in sein himmlisches Reich. Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
19 Grüße Priska und Aquila und das Haus des Onesiphorus. 20 Erastus blieb in Korinth, Trophimus aber ließ ich krank in Milet. 21 Beeile dich, dass du vor dem Winter kommst. Es grüßen dich Eubulus und Pudens und Linus und Klaudia und alle Brüder.
22 Der Herr sei mit deinem Geist! Die Gnade sei mit euch!
