Da stieg er ab und tauchte unter im Jordan siebenmal, wie der Mann Gottes geboten hatte. Und sein Fleisch wurde wieder heil wie das Fleisch eines jungen Knaben, und er wurde rein. (2. Könige 5:14)
Ein spezieller Badetag
Badest du gerne?
Also – ich schon, sogar lieber als duschen. Überhaupt bin ich gerne in klarem Wasser. Was ich aber gar nicht mag, sind trübe Gewässer!
Als unsere Kinder vor einiger Zeit die Windpocken hatten, ist mir dazu in der Badewanne der Syrer Naaman in den Sinn gekommen. Diese Geschichte kann man in 2. Kön. 5 nachlesen. Ein hoch angesehener und stolzer Feldhauptmann bekommt Aussatz. Damals bedeutete das nach einer längeren Leidenszeit den sicheren Tod, da es keinerlei Heilmittel gab.
Ich konnte mir als Vater sehr gut vorstellen, wie es um Naaman stand. Man betrachtet sich – wie unsere Kinder im Spiegelbild – oder schaut auf seine Haut und findet die betroffenen Stellen am Körper abstoßend und eklig. Windpocken werden ja bekanntlich durch Viren ausgelöst; der Aussatz bzw. die Lepra bei Naaman wurde bakteriell verursacht.
Dieser Hauptmann erfährt nun von dem Propheten Elisa, der ihn vielleicht heilen kann, und reist mit Geschenken nach Israel, um den Mann Gottes zu treffen. Er hat sich unterwegs schon alles schön ausgemalt: wie er diesem persönlich begegnen und dann durch den Propheten nach einer aufwendigen Zeremonie geheilt wird – der Prophet als eine Art „Medizinmann des Nahen Ostens“!
Aber es kommt ganz anders: Elisa hat ein Wort Gottes für ihn, das er Naaman durch einen Boten ausrichten lässt. Er soll zum Jordan gehen und sich siebenmal untertauchen, dann werde er gesund und rein werden. Das war’s!
Freut sich Naaman über diese einfache Lösung? Nein, das Wort Gottes ärgert den Offizier. Sein Stolz und sein Hochmut lassen ihn fast die Chance seines Lebens verpassen. Wir wissen, wie die Geschichte ausging: Trotz seiner Einwände überreden die Knechte Naaman, doch zu tun, was ihm befohlen worden war.
Und wie heißt es dann im heutigen Tagesvers? „Da stieg er ab und tauchte unter im Jordan siebenmal, wie der Mann Gottes geboten hatte. Und sein Fleisch wurde wieder heil wie das Fleisch eines jungen Knaben, und er wurde rein.“
Dieses Untertauchen und der damit verbundene Heilungsprozess muss für diesen sterbenskranken General wie eine Neugeburt gewesen sein! Zudem hatte es Konsequenzen für Naamans geistliches Leben.
Was ist hier der Punkt für unser Leben? Wer auf das Wort Gottes hört und die Worte Jesu tut – was im übertragenen Sinn das „Wasserbad“ ist –, der wird gereinigt von seinen Krankheiten. Aber in allererster Linie geht es nicht um äußere Gebrechen, sondern um Heilung der Seele von der Krankheit der Sünde, die wie Aussatz (oder, auf meine Kinder bezogen, wie Windpocken) an uns haftet.
Im Neuen Testament schreibt der Heidenapostel Paulus über die Gemeinde in Eph. 5,25–27:
„Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben, um sie zu heiligen. Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei.“
Warum also möchte uns der Herr Jesus reinigen? Damit wir heilig und ohne Tadel sind. „Heilig“ meint: für Gott abgesondert. „Tadel“ meint hier ein Verhalten, welches man uns zum Vorwurf machen könnte.
Gottes „Wort-Wasserbad“ will unseren Charakter verändern und uns Jesus ähnlicher werden lassen!
Das göttliche Bad geht viel tiefer als nur bis zum äußeren Schmutz.
Gerd Brändlein
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang 2.Könige 5:
Elisa heilt den aramäischen Feldhauptmann Naaman und bestraft den Gehasi
1 Naaman, der Feldhauptmann des Königs von Aram, war ein trefflicher Mann vor seinem Herrn und wert gehalten; denn durch ihn gab der HERR den Aramäern Sieg. Und er war ein gewaltiger Mann, jedoch aussätzig. 2 Aber die Kriegsleute der Aramäer waren ausgezogen und hatten ein junges Mädchen weggeführt aus dem Lande Israel; die war im Dienst der Frau Naamans. 3 Die sprach zu ihrer Herrin: Ach, dass mein Herr wäre bei dem Propheten in Samaria! Der könnte ihn von seinem Aussatz befreien.
4 Da ging Naaman hinein zu seinem Herrn und sagte es ihm an und sprach: So und so hat das Mädchen aus dem Lande Israel geredet. 5 Der König von Aram sprach: So zieh hin, ich will dem König von Israel einen Brief schreiben. Und er zog hin und nahm mit sich zehn Zentner Silber und sechstausend Goldgulden und zehn Feierkleider 6 und brachte den Brief dem König von Israel; der lautete: Wenn dieser Brief zu dir kommt, siehe, so wisse, ich habe meinen Knecht Naaman zu dir gesandt, damit du ihn von seinem Aussatz befreist. 7 Und als der König von Israel den Brief las, zerriss er seine Kleider und sprach: Bin ich denn Gott, dass ich töten und lebendig machen könnte, dass er zu mir schickt, ich solle den Mann von seinem Aussatz befreien? Merkt und seht, wie er Streit mit mir sucht!
8 Als Elisa, der Mann Gottes, hörte, dass der König von Israel seine Kleider zerrissen hatte, sandte er zu ihm und ließ ihm sagen: Warum hast du deine Kleider zerrissen? Lass ihn zu mir kommen, damit er innewerde, dass ein Prophet in Israel ist. 9 So kam Naaman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür am Hause Elisas. 10 Da sandte Elisa einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Geh hin und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dir dein Fleisch wieder heil und du wirst rein werden.
11 Da wurde Naaman zornig und zog weg und sprach: Ich meinte, er selbst sollte zu mir herauskommen und hertreten und den Namen des HERRN, seines Gottes, anrufen und seine Hand hin zum Heiligtum erheben und mich so von dem Aussatz befreien. 12 Sind nicht die Flüsse von Damaskus, Abana und Parpar, besser als alle Wasser in Israel, sodass ich mich in ihnen waschen und rein werden könnte? Und er wandte sich und zog weg im Zorn. 13 Da machten sich seine Diener an ihn heran, redeten mit ihm und sprachen: Lieber Vater, wenn dir der Prophet etwas Großes geboten hätte, hättest du es nicht getan? Wie viel mehr, wenn er zu dir sagt: Wasche dich, so wirst du rein! 14 Da stieg er ab und tauchte unter im Jordan siebenmal, wie der Mann Gottes geboten hatte. Und sein Fleisch wurde wieder heil wie das Fleisch eines jungen Knaben und er wurde rein.
15 Und er kehrte zurück zu dem Mann Gottes mit allen seinen Leuten. Und als er hinkam, trat er vor ihn und sprach: Siehe, nun weiß ich, dass kein Gott ist in allen Landen, außer in Israel; so nimm nun eine Segensgabe von deinem Knecht. 16 Elisa aber sprach: So wahr der HERR lebt, vor dem ich stehe: Ich nehme es nicht. Und er nötigte ihn, dass er es nehme; aber er wollte nicht. 17 Da sprach Naaman: Wenn nicht, so könnte doch deinem Knecht gegeben werden von dieser Erde eine Last, so viel zwei Maultiere tragen! Denn dein Knecht will nicht mehr andern Göttern opfern und Brandopfer darbringen, sondern allein dem HERRN. 18 Nur darin wolle der HERR deinem Knecht gnädig sein: Wenn mein König in den Tempel Rimmons geht, um dort anzubeten, und er sich auf meinen Arm lehnt und ich auch anbete im Tempel Rimmons, dann möge der HERR deinem Knecht vergeben. 19 Er sprach zu ihm: Zieh hin mit Frieden!
Und als er von ihm eine Strecke Weges fortgezogen war, 20 sagte sich Gehasi, der Diener Elisas, des Mannes Gottes: Siehe, mein Herr hat diesen Aramäer Naaman verschont, dass er nichts von ihm genommen hat, was er gebracht hat. So wahr der HERR lebt: Ich will ihm nachlaufen und mir etwas von ihm geben lassen. 21 So jagte Gehasi dem Naaman nach. Und als Naaman sah, dass er ihm nachlief, stieg er vom Wagen, ging ihm entgegen und sprach: Geht’s gut? 22 Er sprach: Ja. Aber mein Herr hat mich gesandt und lässt dir sagen: Siehe, jetzt sind zu mir gekommen vom Gebirge Ephraim zwei von den Prophetenjüngern. Gib ihnen doch einen Zentner Silber und zwei Feierkleider! 23 Naaman sprach: Nimm zwei Zentner! Und er nötigte ihn und band zwei Zentner Silber in zwei Beutel und zwei Feierkleider und gab’s seinen beiden Dienern; die trugen’s vor ihm her. 24 Und als Gehasi an den Hügel kam, nahm er’s von ihren Händen und legte es beiseite im Hause und ließ die Männer gehen.
25 Und als sie weggegangen waren, trat er vor seinen Herrn. Und Elisa sprach zu ihm: Woher, Gehasi? Er sprach: Dein Knecht ist weder hierhin noch dorthin gegangen. 26 Er aber sprach zu ihm: Bin ich nicht im Geist mit dir gegangen, als der Mann sich umwandte von seinem Wagen dir entgegen? Wohlan, du hast nun das Silber und die Kleider genommen und wirst dir schaffen Ölgärten, Weinberge, Schafe, Rinder, Knechte und Mägde. 27 Aber der Aussatz Naamans wird dir anhangen und deinen Nachkommen allezeit. Da ging Gehasi von ihm hinaus, aussätzig wie Schnee.
