Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. (Lk. 15:21b)
Der verlorene Sohn
Dieser halbe Vers lässt uns tief in das Vaterherz Gottes blicken. Der Vater hielt Ausschau nach seinem verlorenen Sohn. Wie lange er dies wohl getan hatte? Wie oft er wohl auf das Dach seines Hauses gestiegen war? Als er ihn dann endlich in der Ferne erblickte, lief er ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Erinnert ihr euch? Der Sohn hatte vorher Schweine gehütet. Wie sehr er wohl gestunken haben muss, und wie sehr wohl seine Kleidung verschlissen war? Egal! Sein Vater fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Zu groß war seine Freude, als dass er an sich hätte halten können!
So ist auch unser Vater im Himmel. Auch er hält täglich nach uns Ausschau. Täglich schickt er seine Boten, um uns einzuladen, zu ihm nach Hause zu kommen. Auch er kommt uns entgegen und nimmt uns in seine Arme, wenn wir endlich den Schritt des Glaubens tun und seine Jünger werden. Egal, wie sehr der Schmutz der Sünde an uns heften mag, er, CHRISTUS, wäscht uns rein von aller Sünde und Schuld. Am Kreuz von Golgatha opferte er damals sein Blut und Leben für uns. Als Jesu Jünger dürfen wir uns in Jesu starken Armen geborgen wissen.
So wie der Vater des verlorenen Sohnes ein Fest feierte, weil sein Sohn zurückgekehrt war, so ist auch Freude im Himmel, wenn einer von uns Buße tut und Gottes Einladung folgt.
Von Herzen gerne kehrte auch ich vor über 50 Jahren zu unserem Herrn JESUS zurück. Von Herzen gerne folgte ich damals seiner Einladung und wurde sein Jünger. Bis heute darf ich täglich die Liebe und Barmherzigkeit Christi erfahren, wenn er uns in seinem Wort seinen Trost und Beistand zuspricht.
Vom tatsächlichen Ausmaß der Liebe Gottes zu uns haben die meisten Menschen, auch die Gläubigen, oft nur eine geringe Ahnung.
Seid gesegnet!
Martin Seidl-Schulz
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang Lukas 15:
Vom verlorenen Schaf
1 Es nahten sich ihm aber allerlei Zöllner und Sünder, um ihn zu hören. 2 Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen.
3 Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: 4 Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er eins von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste lässt und geht dem verlorenen nach, bis er’s findet? 5 Und wenn er’s gefunden hat, so legt er sich’s auf die Schultern voller Freude. 6 Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. 7 Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.
Vom verlorenen Groschen
8 Oder welche Frau, die zehn Silbergroschen hat und einen davon verliert, zündet nicht ein Licht an und kehrt das Haus und sucht mit Fleiß, bis sie ihn findet? 9 Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freut euch mit mir; denn ich habe meinen Silbergroschen gefunden, den ich verloren hatte. 10 So, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
Vom verlorenen Sohn
11 Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 12 Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie. 13 Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen.
14 Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben 15 und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. 16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm. 17 Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! 20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater.
Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße 23 und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein! 24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.
25 Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen 26 und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre. 27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat. 28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. 29 Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre. 30Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. 31Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. 32 Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.
