… wie du ihm Macht gegeben hast über alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. (Joh. 17:2)
Was der Vater Jesus gegeben hat
Das berühmteste Gebet der Weltgeschichte beginnt schon im zweiten Vers mit der Aussage Jesu, dass ihm der Vater Macht über alle Menschen gegeben hat, damit er allen, die der Vater ihm gegeben hat, ewiges Leben gebe. Diese Formulierung: „… die du mir gegeben hast“, begegnet uns auch in V. 6 und 9. Beim Lesen des ganzen Kapitels fällt auf, dass sich dieses Geben durch das ganze Gebet zieht:
- Der Vater hat dem Sohn ein Werk gegeben: „Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue.“ (V. 4)
- Dann wird festgehalten, was diese Menschen über Jesus erkannt haben: „Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt.“ (V. 7) Der Vater hat Jesus also noch viel mehr gegeben.
- Dazu gehören seine Worte: „Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast.“ (V. 8) Ähnliches wird gesagt in V. 14.
- Sie sollen bewahrt werden „in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir.“ (V. 11) Der Name des Bewahrers heißt Jesus.
- Und schließlich das Größte: „Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind.“ (V. 22)
- Alles gipfelt in der wunderbaren Bitte: „Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war.“ (V. 24)
So finden wir in diesem verehrungswürdigen Kapitel ein beständiges Geben und Empfangen: zwischen dem Vater und dem Sohn – und zwischen dem Sohn und den Seinen. Noch eines: Bald nach diesem Gebet wird Jesus verhaftet. Petrus will dies in seiner ungestümen Art verhindern und schlägt mit dem Schwert nach dem Knecht des Hohenpriesters; nach dem Lukasevangelium heilt Jesus das abgehauene Ohr (Lk. 22,51). In Joh. 18,11 aber macht Jesus noch eine bemerkenswerte Aussage: „Da sprach Jesus zu Petrus: Steck dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat?“ Auch das war eine Gabe Gottes an den Sohn: der Kelch des Leidens. Und auch diese bittere Gabe nahm er aus der Hand des Vaters – für dich und mich. Danken wir ihm dafür!
Das Geben und Nehmen mit der himmlischen Welt beinhaltete für Jesus Schönes und Schreckliches.
Peter Engler
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang Johannes 17:
Das hohepriesterliche Gebet
1 So redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verher 2 denn du hast ihm Macht gegeben über alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. 3 Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 4 Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. 5 Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.
6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. 7 Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. 8 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast. 9 Ich bitte für sie und bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein. 10 Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht. 11 Ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir.
Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir. 12 Solange ich bei ihnen war, erhielt ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, und ich habe sie bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren außer dem Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde. 13 Nun aber komme ich zu dir und rede dies in der Welt, damit meine Freude in ihnen vollkommen sei. 14 Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. 15 Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. 16 Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
17 Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. 18 Wie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt. 19 Ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in der Wahrheit.
20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. 22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, 23 ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.
24 Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war. 25 Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. 26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.
