Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. (Röm. 8:26)
Bist du ein Beter?
Gott sucht dich schon lange als Beter, doch er findet dich nicht. Du hast „keine Zeit“. Wenn du ahnen könntest, wie grenzenlos der lebendige Gott durch dich wirken will, hättest du nur ein Verlangen: ein Beter zu werden. Römer 8,26 zeigt, dass der Heilige Geist durch den Beter betet. Wahres Gebet ist ein Wirken des Geistes Gottes. Es kommt von Gott, geht durch den Beter zum Gebetsgegenstand und kehrt zu Gott zurück.
Viele reden und handeln fromm, sind betriebsam – aber sie beten nicht. Jakobus sagt: „Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet.“ Glaube nur nicht, dass der Teufel etwas gegen dein Arbeiten hat. Du darfst im Reich Gottes viel tun und schaffen; doch ohne Gebet bleibt dein Wirken leer und kraftlos und bringt keine Frucht für die Ewigkeit. Hast du noch nicht bemerkt, wie der Teufel dich vom Beten abhält? Du bist der Mann, du bist die Frau, die Gott sucht! Willst du dein Leben verschleudern, statt ein Mensch des Gebets zu werden?
„Denn das Gebet des Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist“ (Jak. 5,16). Gott hört nicht in erster Linie auf unsere Worte im Gebet – mögen sie auch tadellos fromm und rechtgläubig klingen –, sondern er prüft unser Herz. Wie ernst soll unser Gebet sein? So ernst wie das Anliegen selbst. Ist es nicht erschütternd, wenn Menschen der ewigen Verdammnis entgegengehen? Ist es nicht erschütternd, wenn der Name unseres Gottes von Menschen gelästert wird, die in der Sünde verharren? Ist es nicht ernst, wenn die Gemeinde Jesu kraftlos daniederliegt, während die Wiederkunft des Herrn Jesus näher rückt? Bete ernstlich!
Durch ernstliches Gebet gelangen wir in jene innere Haltung, in der Gott uns und durch uns auch andere – ja, die Welt – segnen kann. Denn Gott ist stets der Segnende.
Wenn etwa Sünder das Evangelium hören, lastet ihre Schuld noch auf ihnen; sie haben noch keine Vergebung empfangen. Will Gott ihre Sünden denn nicht vergeben? Natürlich will er das! Warum aber haben sie noch keine Vergebung? Weil ihnen die innere Bereitschaft dazu, die Bußfertigkeit, noch fehlt. Sobald sie Buße tun, wird ihnen der Segen der Sündenvergebung zuteil.
Will Gott keine Erweckung, keine Bewegung seines Geistes schenken? Natürlich will er das! Er hat gesagt: „Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre“ (Jes. 44,3). Jesus hat gesagt: „Ich bin gekommen, ein Feuer anzuzünden auf Erden; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte!“ (Lk. 12,49) Warum aber ist unter uns noch keine Erweckung? Weil wir als Gotteskinder noch nicht die rechte innere Haltung haben.
Erst wenn wir einmütig und ernstlich zu beten beginnen und uns vor Gott demütigen, öffnet der Herr die Fenster des Himmels und schenkt eine machtvolle Bewegung seines Geistes.
Entspricht es Gottes Willen, wenn wir den Himmel bestürmen? Will er dieses Drängen? Ja, er will es! Oder hat Gott Jakob in jener Nacht bei Pnuel zurückgewiesen, als dieser sich am Engel des Herrn festklammerte und rief: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!“? Hat er etwa gesagt: „So geht das nicht, Jakob!“? Nein, vielmehr heißt es: „Er segnete ihn daselbst“ (1. Mose 32,30).
Als der Zorn Gottes über Israel entbrannte und er das Volk vernichten wollte, trat Mose vor Gott in den Riss. Er flehte zum Herrn und berief sich auf seine Verheißungen, damit Gott sein Volk nicht verderben möge. Und was tat der Herr? Sagte er: „Mose, so macht man es nicht!“? Nein, es heißt in 2. Mose 32,14: „Also gereute den Herrn das Übel, das er drohte seinem Volke zu tun.“
Darum, liebes Gotteskind: Du bist berufen, ein ernsthafter und geistlich kraftvoller Beter zu werden!
Wim Malgo
(Gastbeitrag mit Erlaubnis, leicht überarbeitet)
Tägliche Bibellese
Der Bibelvers im Zusammenhang Römer 8:
Das Leben im Geist
1 So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. 2 Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. 3 Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: Er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, 4 damit die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch leben, sondern nach dem Geist.
5 Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnt; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnt. 6 Aber fleischlich gesinnt sein ist der Tod, und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede. 7 Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag’s auch nicht. 8 Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen. 9 Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, wenn denn Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. 10 Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. 11 Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.
12 So sind wir nun, liebe Brüder, nicht dem Fleisch schuldig, dass wir nach dem Fleisch leben. 13 Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben müssen; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Fleisches tötet, so werdet ihr leben.
14 Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. 15 Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! 16 Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. 17 Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.
Hoffnung für die Schöpfung und Gewissheit des Heils
18 Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. 19 Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. 20 Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit – ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat –, doch auf Hoffnung; 21 denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. 22 Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet.
23 Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung unseres Leibes. 24 Denn wir sind zwar gerettet, doch auf Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? 25 Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld.
26 Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. 27 Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt.
28 Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. 29 Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. 30 Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.
31 Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? 32 Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
33 Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. 34 Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt.
35 Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? 36 Wie geschrieben steht Ps 44,23: »Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe.«
37 Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. 38 Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, 39 weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.
